Shirin Neshat und Kopftuch
Nilo am Samstag, 27. Januar 2007, 14:05 UhrTags: Bilder, Dialog, Iran, Kunst, Shirin Neshat
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Nachdem Hinweis auf Shirin Neshats Bilder, möchte ich auf Grund eines Kommentares dennoch etwas schreiben.
Die Künstlerin versucht keineswegs die Verschleierte Frau als Opfer darzustellen. Blickt man in die Augen der Protagonistinnen, so entdeckt man Stärke, Leidenschaft und Selbstbewusstsein wie in ‘Peaceful Paradise’ (siehe Bild). Klar, dass sie Kritisch mit der Rolle der Frau (in Iran) umgeht, aber sie tischt hier nicht die alte Mann-Frau Laier auf. Ihre Arbeit ist vielmehr eine Provokation gegenüber dem Regime; “Die persische Kultur basiert auf ganz anderen Werten als die muslimische … Sie ist weniger rigide, viel poetischer, viel literarischer, es ist eine sehr alte Tradition. Die neue Regierung brachte eine strenge, pure Form des Islam ins Land; sie haben versucht, die persische Geschichte auszuradieren und durch eine allgemeine, islamische Kultur zu ersetzen”.
Sie begibt sich in einem “bildlichen Diskurs zum Thema Feminismus und zeitgenössischer Islam, nicht als Expertin” aber als “leidenschaftliche Forscherin”.
Viele der Bilder, die auf der arte Seite zu sehen sind, sind Standbilder aus ihren Filmen. Von der persischen Literatur inspiriert und besonders von Sharnoush Parsipour welche die Novelle ‘Women without Men’ zu ihrem gleichnamigen Film lieferte.
Zum Thema Kopftuch: Ich möchte klarstellen – auch wenn es einige bayrische Spezis gibt, die anderer Meinung sind – hört auf Kopftuch tragende Frauen als Opfer an zu sehen. Es ist eine westlich arrogante Denkweise, so über dieses Thema zu Urteilen! Ich möchte an dieser Stelle auf die ungerechte Behandlung der so modernen, europäischen Frauen hinweisen, die im Durchschnitt weniger verdienen als Männer und bei weitem nicht die Gleichen Chancen bekommen wie diese.
Ich musste das noch los werden. Die Themen islamischer Feminismus, Orientalismus werde ich in naher Zukunft noch näher behandeln.







