In meiner frühen Jugend war das noch alles ganz einfach mit der Musik. Es gab Schlager, Pop und Volksmusik. Oma hatte eine Musiktruhe, wo sie mir schon mal auf Wunsch eine Schallplatte von Peter Alexander oder „was mit jodeln“ auflegte. Die Eltern guckten manchmal Hitparade im Fernsehen, für die Jugend gab es die Sendung „Beat-Club“ mit Uschi Nerke (durfte ich noch nicht gucken) und später „Disco“ mit Ilja Richter. Das war´s dann aber auch mit meinem musikalischen Horizont, schon weil es die zum Abspielen nötigen Geräte einfach nicht gab. Erst einige Zeit später kamen die ersten Kassettenabspielgeräte auf den Markt, natürlich nur mono. Ich hatte dann aber sogar eins, das aufnehmen konnte – über ein außen mit Kabel befestigtes Mikrofon. Mit dem Gerät saß ich dann oft vor dem Fernseher oder Radio; angestrengte Finger auf der Pausetaste, um den richtigen Moment zu erwischen, ein Lied mitzuschneiden. Die Qualität war natürlich grausig und meistens quatschte auch noch jemand dazwischen. Aber ich war trotzdem richtig happy.
Ein paar Jahre später hatte ich endlich meine erste Stereo-Anlage und entdeckte im Radio bei BFBS-Germany die Sendung „Nightflight“ von Allan Bangs und den großen John Peel. Ungefähr zu der Zeit kam was neues aus England, nannte sich Punk, ist aber weitestgehend an mir vorbeigegangen. Aber immerhin, man konnte die Musik eindeutig zuordnen, war es doch was mit Gitarren und irgendwie noch Rockmusik. Ich konnte schon damals nicht mehr so recht folgen, was sich da an Genres und Subgenres entwickelte. Die wenigen Zeitungen, aus denen man sich informieren konnte, waren in der Hinsicht auch nicht hilfreich. Aber als dann was aufkam, das sich „Techno“ nannte, hab ich es ziemlich schnell aufgegeben, da durchsteigen zu wollen. Alles was mir an „Techno“ zu Ohren kam, schienen nur Variationen von hochgetackteten Presslufthämmer zu sein. Das war wahrscheinlich alles, nun ich sag´s, Scheißmusik, aber woher sollte ich es besser wissen können. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere: es gab mal eine Zeit, da noch kein Internet existierte.
Heute bin ich dank Blogrebellen natürlich einiges schlauer. Ich kenne Downtempo, Old School, New School, Turntable, Breakbeat und was mir grad nicht einfällt. Ich weiß, was ein Remix ist, und das DJ´s ihre Plattenspieler als Musikinstrument verstehen. Ich kann sogar HipHop von Rap unterscheiden. Beatboxing finde ich nur noch zum Staunen, seit ich kapiert habe, was die da eigentlich genau machen. Nicht zu vergessen, diese unglaublich vielen tollen Mixtapes und Netaudios, die hier vorgestellt werden. Last but not least freu ich mich auch, meinem Tabakhändler zum persischen Neujahrsfest Nouruz ein gutes und erfolgreiches neues Jahr wünschen zu können. Da hat er aber große Augen gemacht
Und wegen all dem und noch viel mehr sag ich
Danke Blogrebellen, ein Hoch! Hoch! Hoch! zum dritten Geburtstag und alles Gute für die nächsten Jahre.
63mg