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Filed Under Uncensored. Die iranische Blogszene

Nilo am Montag, 30. November 2009, 21:25 Uhr
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Abgelegt unter: Berlin, Iran, Kreuzberg, Sehbar

blog

Dass die Iraner sehr fleißige Blogger sind, mag einigen schon aufgefallen sein. Radio, Fernsehen und Zeitungen sind der strengen Zensur des Staates ausgesetzt. Der öffentliche Raum wird ebenfalls überwacht und das Treffen und Organisieren von Interessengemeinschaften ist schier unmöglich. Die Konsequenz für das widerrechtliche Handeln sind  unmenschliche Bestrafungen.
So sehr das iranische Regime glaubt, gegen die Globalisierung schwimmen zu können und eigene martialische Methoden anzuwenden, um das eigene Volk in Schacht zu halten, um so mehr hat die Generation der Social-Networker ihren eigenen Raum gefunden, der sich bislang nicht durch diktatorische Maßnahmen zügeln lässt.
Die Welt wird zu einem Dorf, wenn sich Blogger gegenseitig verlinken und vernetzen. Ich brauche hier das Gefühl der grenzenlosen Freiheit nicht nennen, wenn jegliche Barrieren der Angst schürenden Last abfallen sobald die Finger auf der Tastatur landen.Hierbei entstehen mehr als nur Nachrichten. Die Blogkultur bietet sogar ein eigenständiges literarisches Genre.
Im Rahmen der Happy Revolution? Veranstaltung lesen die drei Berliner Blogger Ekkehard Knörer, Bov Bjerg und Parka Lewis aus iranischen Blogtexten. Weiterhin wird die Medienwissenschaftlerin Yalda Zarbakhch über Geschichten und die aktuelle Entwicklung der iranischen Blogosphäre berichten. Wer gerne diskutieren möchte, kann im Anschluss seine/ihre Meinung kundtun.

Die drei Berliner Blogger findet man auf folgenden Seiten:

Bov Bjerg bloggt unter bov.antville.org und ist Autor des 2008 im Mitteldeutschen Verlag erschienenen Romans “Deadline”. Er ist Schauspieler und beruflicher Schauleser.

Ekkehard Knörer ist Redakteur und Autor des Film-, Medien- und Kulturmagazins Cargo sowie des Cargo-Blogs und perlentaucher.de

Parka Lewiswar Autor des legendären Blogs Gesprächsfetzen.de und ist als solcher in der Anthologie “Berlin oder so. Kleine Großstadtgeschichten” (Thomsn-Verlag 2007) vertreten.

Lesung, Vortrag und Diskussion

6.12.2009, 17 Uhr, Ballhaus Naunynstraße, Eintritt frei

Happy Revolution?

Nilo am Samstag, 28. November 2009, 23:09 Uhr
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Abgelegt unter: Berlin, Iran, Kreuzberg, Kunst

HappyRevolution_Motiv

30 Jahre nach der Revolution und knapp ein halbes Jahr nach der grünen Welle, bieten iranische KünstlerInnen aus dem Iran und aus Europa einen Einblick in ihrer Arbeit. Zumeist sind sie in zweiter Generation im Exil lebend und um das Jahr 1979 geboren.  Sie setzen sich thematisch mit den damaligen und heutigen Ereignissen und deren Folgen auseinander.

zabtesotEine der besonderen musikalischen Ereignisse ist die iranischen Rockband und Star der Teheraner Underground-Szene O-Hum.  Der Sänger Shahram Sharbaf gründete mit Hesam Ayat vor sechs Jahren das Label Zabtesot (Kasstettenrekorder).  Dieses Projekt soll das Sprachrohr im Ausland für den Untergrund-Sound ihrer Heimat  sein. Sie wollen die Werke talentierter Musiker außerhalb iranischer Grenzen an den Mann/ die Frau bringen.
Das iranische Volk möchte zeigen wer sie sind und dass sie vieles mit den Europäern gemeinsam haben. Vielleicht liegt der Unterschied zwischen der Revolution vor dreißig Jahren und der jetzigen darin, dass diesmal Gemeinsamkeiten gesucht und nicht verteufelt werden.

abjeez

Die Abjeez (Umgangsprachlich für Schwestern) eröffnen am 4.12.2009 um21Uhr die Veranstaltungsreihe HAPPY REVOLUTION – views on iran. 30 years later. Abjee Safoura und Abjee Melody Safavi machen mit ihren schwedischen und kubanischen Bandmitgliedern einen interkulturellen Eintopf aus Ska, Flamenco und HipHop-Beats. Diese Leckerei muß unbedingt probiert und nicht diskutiert werden!

Ein Auszug aus dem Programm:

MOVE IN PATTERNS, ein ausgesprochener Publikumsliebling der letzten Saison, wird in diesem Kontext wieder aufgenommen. Die in Berlin lebende Choreographin Modjgan Hashemian erinnert sich in ihrem Stück an die Welt ihrer Kindheit. Der Teppich wird dabei zum Transportmittel zwischen Raum und Zeit. Und seine Ornamente erweisen sich als ebenso vertraut, verträumt wie begrenzend und einschränkend.

TEHRAN BANOU – LADY TEHERAN ein Theaterprojekt von Ayat Najafi kooperiert mit dem Ballhaus Ost und dem Ballhaus Naunynstraße. Um unter dem sozialen Druck nicht zu zerbrechen, sind Verstellungen und Maskierungen in allen Gesellschaften notwendig: In Iran sind sie alltägliche Technik des Überlebens. Im Zentrum von Lady Teheran steht die Strategie des Gender Crossing als Überschreitung der eigenen Geschlechterrolle und als Möglichkeit, sich dem Zugriff der Autoritäten zu entziehen.

UND DER HERR SCHUF DIE KUH eine Parabel von Abbas Maroufi über die Gefahren, die der Rückzug ins Private in Zeiten des politischen Umbruches birgt. Das Stück erlebt seine Premiere in der Naunynstraße in der Regie von Mehdi Moinzadeh.

Eine Literaturreihe beschäftigt sich sowohl mit der neuen persischen Literatur als auch mit der Blogkultur, die besonders während der Proteste nach der Wahl enorm an Bedeutung zugenommen hat. Auch die Filmreihe fokussiert aktuelle Produktionen aus Iran und nicht zuletzt rückt ein Installationsprojekt jene Aufnahmen von Handykameras und Videobildern ins Licht, die Geschichte schrieben und Geschehnisse dokumentierten, die über das Internet weltweit gesehen werden konnten.

Iranische Künstler im Kreuzberger Ballhaus Naunynstraße.
Vom 5. bis zum 21. Dezember
Programm: Ballhaus Naunynstrasse

Happy Revolution @ Facebook


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