Get Adobe Flash player

Der “Fackel-Chaot”, der Fotograf und der journalistische Kodex

pEtEr Withoutfield am Donnerstag, 19. November 2009, 08:32 Uhr
Tags: , , , , , , ,
Abgelegt unter: Berlin, Lesbar

Friedrichshain Liebigstr

Bei der Jagd auf die Berliner Autofackler hat die Polizei in der Nacht zum Montag einen 23-jährigen Berliner festgenommen. Zivilfahnder hatten den mutmaßlichen Autobrandstifter “in unmittelbarer Nähe von brennenden Fahrzeugen” angetroffen. Das Springer-Blatt “B.Z.” druckte am Tag darauf ein ungepixeltes Foto des Mannes sowie detaillierte Angaben über seine Eltern. Der Vater des Verdächtigen ist ein Berliner Kommunalpolitiker, das Blatt druckte Vorname, Alter, Partei sowie ein Foto des Vaters und nannte auch den Bezirk, in dem er im Parlament sitzt. (Quelle: taz, Berliner Polizei)

Am Tag nach der Festnahme durchsuchte ein Großaufgebot der Berliner Polizei die selbstverwalteten Hausprojekte Liebigstr. 14 und Liebigstr. 34, in dem der Beschuldigte wohnt. Ein Bericht über diese Durchsuchung auf Indymedia führte zu einer heftigen Diskussion über diese Razzia, als auch über das Foto des Festgenommenen. Dem vermeintlichen Fotografen Andreas Markus wurden schwere Vorwürfe gemacht und er wurde als Nazi beschimpft. (Mittlerweile wurden diese Hass-Tiraden gelöscht.) Das Foto der Festnahme stammt von SpreePicture, einer Berliner Agentur, die sich auf Bilder von brennenden Autos und Sondereinsätze der Polizei spezialisiert hat. In einem schlecht recherchiertem Blogbeitrag wurde Andreas Markus zudem als der Mann, der hinter Spreeblick steckt, verkauft und mit Bild diskreditiert.

Im Mai dieses Jahre befragte ich Andreas Markus zu seiner Arbeit als Fotograf in Berlin und zu seiner Sicht der Aktivitäten rund um den 1. Mai in Berlin.
Arbeitet Andreas Markus für SpreePicture und hat er das Foto wirklich geschossen? Ich habe nachgefragt:

pEtEr: Andreas, stammt das Foto von dir? Was hast du in der besagten Nacht gemacht?
Andreas: Nein. Wie Ämter nun mal so sind musste ich sehr früh raus und bin an besagtem Abend deshalb zeitig ins Bett.

pEtEr: Arbeitest du für SpreePicture?
Andreas: Die Zusammenarbeit mit Spreepicture beendete ich Dezember 2008, dafür gab es viele Gründe.

pEtEr: Verpixelst du Gesichter von mutmaßlichen Tätern bevor du deine Bilder verkaufst?
Andreas: Solange ein vermeindlicher Strafttäter nicht auf frischer Tat erwischt worden ist gilt die Unschuldsvermutung. Eine Person ungepixelt abzubilden käme einer Vorverurteilung gleich und verstößt massiv gegen die Persönlichkeitsrechte des Betroffenen. Stellt das Gericht nun die Unschuld der Person fest, ist der Ruf trotzdem ruiniert. Der Schaden, der damit angerichtet werden kann ist immens, nicht nur für den Betroffenen, sondern wie in dem Fall von Tobi, auch für die Eltern.

pEtEr: Werden Fotos vor der Weitergabe an Agenturen und Redaktionen grundsätzlich unkenntlich gemacht, oder ist das die Ausnahme?
Andreas: Beobachtet die Polizei Täter bei einem Einbruch oder ein Zeuge kann die vermeindlichen Täter zu 100% wiedererkennen, stellt das eine andere Situation da. In diesem Fall kann ich auch ungepixelte Fotos versenden und die Entscheidung trifft die Redaktion.

pEtEr: Gibt es noch etwas, das du zu den Vorwürfen gegen sagen möchtest?
Andreas: Ich finde es ziemlich schade, dass die Leute, die bei Indy posten, nicht richtig recherchiert haben. Dann wäre ihnen aufgefallen, dass nur bis Dez.2008 Fotos von Spreepicture auf meiner Flickr-Seite zu sehen sind.
Die Leute, die mich als Nazi beschimpfen und in die Welt hinaus schreien ich hätte die Bilder von Tobi gemacht, sind kein bisschen besser als die Leute, die Tobi ungepixelt zu den Redaktionen gestellt haben.

pEtEr: Vielen Dank.

Foto: XB-Liebig, Rigaer Ecke Liebigstraße, Berlin/Friedrichshain (cc) von streunna

Das Interview zum ersten Mai mit Fotograf Andreas Markus

pEtEr Withoutfield am Freitag, 1. Mai 2009, 13:30 Uhr
Tags: , , , , , , , ,
Abgelegt unter: Berlin, Kreuzberg, Lesbar

 Feuerwehr löscht brennendes Auto

Update: Andreas Markus nimmt Stellung zu den Vorwürfen gegen ihn.

Der erste Mai steht vor der Tür und ich habe mir darüber Gedanken gemacht, was ich dieses Jahr zum Tag der Arbeit schreiben möchte.
Und so fiel mir ein, das es doch schön wäre, die Aktivitäten rund um den 1. Mai in Berlin einmal aus einem anderen Blickwinkel zu erfahren.
Wie erlebt ein Fotograf den ersten Mai, der mit der Kamera bewaffnet, auf Veranstaltungen und Demonstrationen fotografiert?

Andreas Markus ist Fotograf. Er fotografiert Brandanschläge, Verkehrsunfälle, Verfolgungsjagden, Festnahmen, Demonstrationen und sonstige Feuerwehr- und Polizeieinsätze. Die meisten seiner Bilder entstehen mitten in der Nacht, da darf man nicht zimperlich sein.

pEtEr: Wie erfährst du von solchen Vorfällen und was sind deine Kriterien, nach denen du entschiedest, ob du losziehst und fotografierst?

Andreas Markus: Eine zuverlässige Quelle (weiterlesen…)

erBÄRmlich – Festnahme in Friedrichshain

pEtEr Withoutfield am Donnerstag, 2. April 2009, 12:37 Uhr
Tags: , , , , , , ,
Abgelegt unter: Sehbar

Der Berliner Problem-Bär wird in Friedrichshain verhaftet
[© Alle Rechte vorbehalten, mit freundlicher Genehmigung von Andreas Markus]

Die Geschichte zum Foto:
Einige, höchstwahrscheinlich gewaltbereite Antifaschisten, klauten vor einiger Zeit einen Berliner Buddybären und schoben ihn in einem Einkaufswagen durch die Friedrichshainer Nacht. Aufmerksame und pflichtbewusste Bürger informierten die Polizei, die die verantwortungslosen Diebe zur Strecke brachten. Daraufhin mussten die Polizeibeamten den Einkaufswagen mit dem Bären zur ca. 1,2 Kilometer entfernten Polizeiwache schieben.

Das Bild lädt allerdings dazu ein, eine andere Story daraus zu machen, z.B.:
- Polizei befreit Buddybären aus Fängen der Bärenmafia
- Der Problembär aus Friedrichshain
- Berliner Polizei ist bärenstark

Hat jemand eine passende Überschrift, bzw. Bildunterschrift zu diesem Bild?
[Gefunden beim Pixelroiber]


nach oben
Startseite
986 Feedreader

This is a free Wordpress template provided by Mathew Browne | Web Design | SEO