Unterweges in Friedrichshain Kreuzberg
pEtEr am Dienstag, 29. Mai 2007, 14:12 UhrTags: Berlin, Friedrichshain, Kreuzberg, Streetart
Abgelegt unter: Berlin, Sehbar
Berlin Friedrichshain, Wühlischstraße


Berlin Kreuzberg, Brückenstraße

Berlin Friedrichshain, Wühlischstraße


Berlin Kreuzberg, Brückenstraße

Ausnahmezustand in Berlin: Politprominenz, (Anti-)G8-Vorbereitung, Großbrand, Rockerbande?

Bild von lostmodern.net
Schon am frühen Mittwoch morgen sind im 10-Minuten-Takt Hubschrauber über Kreuzberg geflogen, was auch fast den ganzen Tag so weiter ging.
Zudem hörte man heute hier im Kiez ständig Polizei-, Feuerwehr, und/oder Krankenwagen-Sirenen.
Stau gab es auch jede Menge, meine angebetete kam auch zu spät von der Uni.
Zum Glück wurde mein Auto noch nicht abgefackelt, das scheint in den letzten Tagen Volkssport geworden zu sein. Als Fahrer eines fast 10 Jahre alten Renaults muss ich mich glaube ich nicht wirklich davor fürchten, es trifft meist nur Nobelkarossen.

Bild von extranoise
Am Bersarinplatz Ecke Rigaer Straße in Friedrichshain wurde eine Wanne, das sind (teilweise noch alte Mercedes) Polizei Gruppenwagen mit vergitterten Fenstern, mit Steinen attackiert. Bei der Wagenburg am Bethaniendamm in Kreuzberg wurden ebenfalls Beamte mit Flaschen und Steinen beworfen, es kam zu Festnahmen.
Ach ja, nicht zu vergessen die Razzia bei den Hells Angles am Dienstag.
Was ist los in Berlin?
Vorwarnung für Standby!

Bild von duncan
Netter Reise Bericht Lobhudelei auf Kreuzberg in der ZEIT.
… Es ist nicht leicht, den durchdringenden Blicken der Halbstarken standzuhalten, die sich in ihren fallschirmseidenen Blousons aufplustern und jeden als »Opfer« verspotten, der verschüchtert zu Boden schaut. Das Bürger-Ufer schlägt zurück, indem es die Gangster-Posen von drüben zur Performance erklärt. Der neuseeländische Künstler Paul Snowden spricht sogar vom »abgefahrenen Kreuzberger Ghetto-Style«. …
oder auch:
… Gepflegtes Desinteresse ist die Kreuzberger Form von Toleranz. …
© DIE ZEIT, 17.05.2007 Nr. 21 von Stefanie Flamm
Der Satz ist toll, aber liebe Berliner und Berlin-Kenner, ich denke das die Toleranz in Kreuzberg nicht ausschließlich in Desinteresse gründet. Was denkt ihr?
Ich schwing mich jetzt aufs Rad und fahre ins Prinzenbad, anbaden! ![]()
Keine Tricks, kein editing, alles ist in Einzelschritten gekleistert!
Dieses Video hat es sogar in die Youtube Top 100 Most Viewed geschafft.
[via just]
Bisher hat mich der G8-Gipfel in Heiligendamm eher nebenher und nicht wirklich interessiert.
Das hat sich nach dem gestrigen Tag allerdings grundlegend geändert. Auslöser hierfür ist der Wahnsinn den unsere Staatsmacht gestern in Berlin, Hamburg und weiteren Städten in ganz Deutschland abgezogen hat.
Wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung hat die Polizei gestern insgesamt 40 Büros und Wohnungen von G8-Gegnern durchsucht. In Berlin traf es so ziemlich jedes linke Projekt, das mit dem G8-Protest in irgendeiner Weise zu tun hat, insgesamt 23 an der Zahl. Auch der Kreuzberger Server so36.net wurde kurzzeitig gekappt, Daten aus Postfächern, sowie Mailinglisten wurden auf Polizeirechner kopiert. Viele auf dem so36.net Server liegende Webseiten linker Gruppen waren und sind zudem nicht erreichbar.
Ob diese Show der Polizei, die der Welt wohl zeigen sollte, dass in Deutschland alles OK und sicher ist, überhaupt Rechtens ist, wird von vielen verschiedenen Stellen aus Politik und Medien stark bezweifelt. Unter dem Schutzmantel des § 129a. StGB (Bildung und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung) wurde hier ganz klar versucht, friedliche Aktivisten und Initiativen gegen den G8-Gifpel einzuschüchtern, sowie diese mit militanten Gruppen in einen Topf zu werfen. Die Anti-G8-Bewegung wird durch solche Aktionen kriminalisiert, friedliche Protestler werden in die terroristische Ecke gestellt.
Natürlich gibt es in der Anti-G8-Kreisen radikale Aktivisten und es gab auch schon Brandanschläge aus dieser Szene, bei denen übrigens nie Menschen verletzt wurden. Diese Anschläge aber als Grundlage für diese Polizeiaktion zu nehmen bringen “gemäßigte Normalos” wie mich auf die Palme.
Der allgemeine Konsens der G8-Protestler friedlich zu Protestieren steht nun wohlmöglich auf der Kippe. Zudem könnte sich der gemäßigte Teil sehr schnell mit den Radikalen solidarisieren. Es würde mich nicht wundern, wenn diese Unverhältnismäßigkeit ins Gegenteil zurück schlägt!
Im Gegenzug zu dieser Polizeiaktion wurde gestern das Polizeiforum German-Police.org (Screenshot) vom “Generalbundesdatenantifaschist präventiv beschlagnahmt”, also gehackt und alle Userdaten, Private Nachrichten und Userlisten zum download bereitgestellt. [via just]
Quellen und weiterführende Links:
taz: Kommentar
taz: 40 Durchsuchungen
taz: Themen des Tages
Indymedia
so36.net
Tagesschau

Last die Sektkorken knallen, wir haben es geschafft!
die taz bekommt ihre neue Adresse: Das Berliner Verwaltungsgericht hat gerade die Klage mehrerer Anwohner (darunter Springer) gegen die Umbenennung der Kochstraße abgewiesen. Eine Berufung ist nicht zugelassen, berichtet unser Gerichtsreporter. Wann die neuen Straßenschilder hängen, ist laut dem Bezirksbürgermeister noch unklar.
Quelle: Taz-Blog
Glückwunsch liebe taz!!
Artikel aus der aktuellen taz:
Dutschke auf der Siegerstraße
Mensch, Springer, feiern Sie mit!
Und das schreibt der Tagesspielgel.
Bei diesem Namen fällt die Einleitung nicht schwer:
Nein, nicht das leckere Joghurtgetränk vom Inder sondern eine Berliner Band, und was für eine!

Lychee Lassi ist eine 4-köpfige Combo, bestehend aus den Musikern Dirk Berger (Synthesizer & Gitarre), Beat Halberschmidt (Bass), Roy Knauf (Drums) und den herausragenden DJ Illvibe (Vinylakrobat), Sohn des Jazzpianisten Alexander von Schlippenbach, der bis 2005 Seeed als DJ unterstützte.
Musikalisch bewegen sich die Berliner im Bereich des experimentellen Hip-Hop’s mit Einflüssen aus Funk und Jazz, sowie einer Briese Elektronik. Und immer mit dabei der Techniks 1210, dahinter der brilliante DJ Illvibe der diesen Plattenspieler als Instrument nutzt, und der Musik schließlich den letzten und entscheidenden Schliff verpasst.
Roy Knauf, der Drummer der Band antwortete in einem Interview auf die Frage “Wie würdet ihr euch (die Band, die Musik) selber beschreiben?” folgendermaßen:
Insektenfunk wäre so die Schublade. Minimale Musik gehört da im Großen dazu. Minmale oder insektozide Sounds. Wenn sich etwas nach Käfern oder Ameisen anhört, stehen wir immer drauf. Minimale Grooves.
Das ist mal eine gelungene Definition wie ich finde.

Als Liveband haben sie auf zahlreichen Festivals und vor allem in Clubs bewiesen, dass ihr Konzept aufgeht und die Musik ankommt. Durch die geschickte Kombination von DJ und Band legen sie dabei immer Wert daruf, dass die Leute auf der Tanzfläche in Bewegung bleiben. Bei diesem Improvisationstalent und der Soundfricklerei stelle ich mir das als Clubbesucher allerdings sehr schwer vor, schließlich will man ja wissen wie die Musik gemacht wird.
Auf Lychee Lassie aufmerksam geworden bin ich im Blog vom Bostener DJ Durutti, was mir übrigens schon etwas peinlich ist, da es ja eine Berliner Band ist. Womit wir nun endlich auch zu Hörbarem kommen:
Bei Durutti findet ihr von der aktuellen LP Out Now den Titel Part II(N.Y. Is Now), sowie die Liveperpromance des Tracks Tony Williams als mp3 Files zum herunterladen.
Richtig Eindruck macht auch dieser Live-Mitschnitt aus dem Muddclub:
Weitere Videos gibt es hier, wobei ihr euch auf jeden Fall noch die Live-Version des Titels NuSoul anschauen solltet!
Bleibt noch der Verweis auf die Homepage, auf deren Myspace Seite und auf ein Interview mit DJ Illvibe. Beim nächsten Auftritt in Berlin bin ich dabei. Und vielleicht schreibt mich ja auch jemand auf die Gästeliste ![]()
(Kleiner Wink mit dem Scheunentor)
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Streetart auf dem Lokus.
Gesehen im Stereo 33 Berlin Friedrichshain, Künstler unbekannt!?
Aus aktuellem Anlass möchten wir euch heute und hier über unseren 1. Mai in Kreuzberg berichten. Menschen mit schwachen Nerven sollten sich zweimal überlegen ob sie diesem Text wirklich lesen wollen.

Bild von seven_resist
Die Chronologie des 1. Mai Terrors in Kreuzberg:
07:30 Leicht bis schwer benommen von der gestrigen Walpurgisnacht weckt uns Nachwuchsrebell Marlon S.O. (ich nenne ihn ab jetzt MSO) und verlangt nach einer Flasche Konterbiermilch.
07:40 Lasse die gestrig getankte Flüssigkeit aus meinem Körper. Der anschließende Blick in den Spiegel bestätigt meine Vermutung: Viel zu früh!
08:00 bis 09:00 Wir schauen uns die waghalsigen Abenteuer eines kleinen, gelben und mir nicht real wirkenden Meuterers und dessen Freund an. Ideen für den Abend gesammelt!
10:00 Nach ausgiebigem Frühstück und nicht so ergiebiger Körperpflege verlassen wir unser Basislager und fahren mit dem Fahrrad zum Mariannenplatz. Schönes Wetter, sonnig, leicht frisch. Sehr viele “Freunde und Helfer” in Wannen unterwegs. Fratzen geschnitten und herum gegrölt.
11:00 Festgestellt, dass es wohl doch noch etwas zu früh am Tag ist. Kein Bock auf Demonstrationen. Ziehen uns ins Basislager zurück und besprechen den weiteren Verlauf des Mittags.
12:00 Beschlossen erst einmal Siesta zu halten.
12:30 Kann nicht schlafen, zu aufgedreht! Mache mir eine Vase auf und setzte mich mit konisch geformtem Sargnagel auf den Balkon. Genieße die Kreuzberger, nun leicht süßlich riechende Luft.
14:30 In das Basislager kommt wieder Leben. Es wird noch einmal ordentlich gegessen.
15:30 Wir packen unsere Sachen zusammen. Zum Selbstschutz werde ich hier nicht ins Detail gehen.
16:00 Wir laufen die Oranienstrasse in Richtung Mariannenplatz. Dort angekommen wird erst einmal die Lage gecheckt, Freunde und Mitstreiter getroffen, gesoffen getrunken und gefeiert.
16:30 Finden guten Platz zum abhängen auf einem Spielplatz.
17:30 Erste Rudelbildung. Aufständige widersetzen sich den Anweisungen der Ordnungsmacht.
17:50 Aus der bisher relativ friedlich gebliebenen Ansammlung von Anarchos kommen vermummte Einzelpersonen zum Vorschein.

Bild von m0l0k0
18:10 Pöpeleinen nehmen überhand, es wird geschupst. Junge Linke und Jugendliche mit Migrationshintergrund bilden eine gefährlich wirkende Horde.
18:20 Die Lage eskaliert! Die Strategie der ausgestreckten Hand scheint nicht aufzugehen.
18:40 Erste Gegenstände fliegen durch die Luft. Auch MSO nimmt Sand vom Boden und wirft diesen in Richtung der aufpassenden Beamten Betreuer.
19:00 Das Aufsichtspersonal organisierst sich und versucht die aufgebrachten Widerstandskämpfer einzukesseln. Der Kessel hält nur kurz und zahlreiche Guerilleros entkommen der Absperrung.
19:10 Werde von Dissident MSO mit Selbstgeladenen, aus der Szene bekannten, so genannten “Wasser-Bomben” bedroht. Mir wird es zu heikel, ziehe hinter die Absperrungen der Exekutive zurück.
19:30 Erschöpft von einem aufregenden Wortgefecht ziehen sich die Kreuzberger Rebellen in ihr Basislager zurück. Wunden werden versorgt und Bedürfnisse werden gestillt. Anschließend wird gegessen.
20:10 Vom Abend berauscht versucht sich MSO zum letzten mal an diesem Tag den Anweisungen der Rennleitung zu widersetzen. Den Betreuern gelingt es nur unter erschwerten Bedingungen und mit enormer Gegenwehr die Reinigung sämtlicher Organe vorzunehmen.
21:00 MSO schläft. Dieser Bericht wird geschrieben.
Tja, das war unser Tag ![]()
Wer Krawall, Ausschreitungen, Störenfriede, Ruhestörer, Unruhestifter, Aufruhr, Lärm, Aufstand, Touwabou, Durcheinander, Remmidemmi oder allgemein spannenderes am 1. Mai aus Berlin Kreuzberg erwartet hat sollte sich folgende Links anschauen:
Plakat: Heuschnupfenalarm
1. Mai in Kreuzberg - vorläufige Bilanz der Polizei
1. Mai: Vereinzelte Krawalle in Kreuzberg
Reuters: Ausschreitungen nach Mai-Demo in Berlin
Revolutionäre 1. Mai Demonstration
Krawalle in Berlin - Randalierer festgenommen
Ausschreitungen in Friedrichshain
Verhaftungen nach 1. Mai-Feier in Berlin
Google News zum Thema 1. Mai 2007 Berlin
Aktuelle Pressemeldungen der Berliner Polizei
Indymedia Newswire-Archiv
Mayday Berlin 2007 Blog
Wenn ihr weitere interessante Artikel oder Bilder zum ersten Mai in Kreuzberg kennt würde ich mich über einen Link im Kommentar freuen.
“Call A Bike” im Görlitzer Park, Berlin Kreuzberg:

Weitere Bilder aus dem Park und vom Kinderbauernhof im Park.
Ich war gestern Abend bei The Killers in der Arena Berlin. Die Karte bekam ich geschenkt, kannte vorher nur 2 oder 3 Songs dieser Band.
Synthie-Trance-80er-Jahre-(Ost-)Rock - so würde ich den Sound beschreiben.
Die Beschallung in der Arena war wieder mal total beschissen, Matschesound.
Die Band war insgesamt gut, der Sänger hat eine tolle Stimme. Ich hatte aber das Gefühl, dass der Gitarrist Dave Brent Keuning nicht immer im Takt war!?
However - nice Concert but not my Sound.
Bild von Thomas Hawk
Das man in Berlin zu Brötchen ’Schrippen’ sagt brauche ich keinem mehr zu erzählen. Und das im Ostteil der Stadt die Ampelmännchen anders aussehen als im Westlichen, merkt der aufmerksame Zugezogene oder Tourist auch sehr schnell.
Nun lebe ich seit 7 Jahren in der geliebten Hauptstadt und es gibt etwas, das mich immer wieder aufs Glatteis führt: Die Uhrzeit. Oder besser gesagt, die Art wie ein Berliner eine Uhrzeit bezeichnet.
Mein Kumpel Ali zum Beispiel:
…
Ich: “Also wann geht’s los?”
Ali: “Na so viertel Ölf Elf” (Ok, er sagt Elf und nicht Ölf)
Ich: “Ähm, also viertel vor Elf?”
Ali: “Sach mal geht’s noch?”
Ich: “Du bist so hässlich! Kannst du die Uhrzeit bitte so nennen, dass auch ich sie verstehe?”
Ali: “Nach gesamtdeutscher Zeitrechnung zweiundwanziguhrfünfzehn. Du Sack!”
Ich: “Na geht doch, Stinker”
…
Ich werde das nie verstehen….
Bild von Torsten Mangner

Unterschiß und Oberschicht - Ali-Talk. Diskussion mit dem “Bürgermeister” von Kreuzberg in einem türkischen Café in Berlin Kreuzberg.
Auch sehr sehenswert: Der Karnevalhasser der mit einem Pappschild “Ich hasse Karneval” auf dem Berliner Rosenmontagszug von den Jecken und Narren angemacht wird.
Das ganze gibt es auf Watch Berlin zu sehen, ein interessantes Video-Projekt. Ich frage mich nur warum auch Asympath Michael Friedmann hier zu Wort kommt. Aber bei Web2.0 darf halt jeder mitspielen.