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“Die Bilder sind ich, verschlüsselt…”

Nilo am Samstag, 26. Dezember 2009, 22:30 Uhr
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Abgelegt unter: Berlin, Kunst, Sehbar

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Als ich Peer nach seiner Intention fragte, schrieb er mir folgendes. Und das ist so gut, dass ich es einfach so stehen lassen möchte!

“Anders als bisher, arbeite ich ausschließlich (kann sich schnell wieder ändern) auf Papier. Mit Fineliner lass ich alles unterbewusste raus. Das können Situationen des Alltags, Stress, Freude, Hoffnung, Ängste aber auch Wut über Missstände in der Gesellschaft sein…
Ich kann meine Arbeiten auch immer erst mit etwas Abstand selbst interpretieren. Entdecke auch immer neue Kleinigkeiten in meinen Zeichnungen…

Die Fratzen, hässlich und verschroben, sind eigentlich die fratzen aus Fernsehen oder auf den unzähligen Profilen bei Facebook, Studivz etc., die sich präsentieren, natürlich immer im besten Licht. Im wahren Leben sind sie doch oft eher einsam, auch traurig, haben Ängste, sind ungeschminkt. In meinem Kosmos, oder in jedem Kosmos der einzelnen arbeiten begegnen sich diese “Fratzen”, Figuren und haben ihren eigenen Sinn oder Aufgabe. Sie halten sich gegenseitig in einer absurden, surrealen, defekten Welt.

Peer Kriesel, Acryl auf Papier,

Eine wirkliche Intention habe ich nicht. Ich möchte nicht die Welt verbessern. Meine Zeichnungen (mehr als meine Malerei) zeigen nur das, was mich bewegt und umtreibt. Ich möchte dem Betrachter teilhaben lassen an einer surrealen, manchmal schönen und manchmal aber auch scheußlichen Welt…

zeichnung2009_04

Ich freue mich aber immer über neue und eigene Interpretationen des einzelnen Betrachters. Jeder sieht meine Bilder anders, zieht andere Schlüsse, entdeckt andere immer wiederkehrende Elemente wie der Fisch, der Vogel, der Angler, der Ruderer, das rote Kreuzarmband und setzt diese auch immer anders in einen eigenen Zusammenhang. Das finde ich sehr spannend.

Die Bilder sind ich, verschlüsselt… ”

Peer Kriesel

Schriftraum

Nilo am Mittwoch, 2. Dezember 2009, 23:37 Uhr
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Abgelegt unter: Dialog, Kunst, Sehbar

2006_wr_rom2-2.jpeg2006 - Villa Massimo – Rom

Die Küstlerin Parastou Forouhar ist 1962 in Teheran geboren. Ihre Eltern waren Dariush und Parwaneh Forouhar. Sie setzten sich jahrelang für Demokratie und die Trennung von Staat und Religion in Iran ein, bis sie im  Herbst 1998 Opfer einer Welle von Gewalttaten wurden. In Ihrem Blog schreibt sie über diese Tat und ihre Arbeiten.
Eines ihrer Bemerkenswerten Arbeiten ist Schriftraum. Sie setzt sich auf künstlerischer Ebene mit ihrer Herkunft auseinander und platziert sie in die westliche Welt. Sie nutzt Wände und Böden der Galerien als Papier für ihre persische Kalligraphie Kunst. Die fremde Schrift wirkt auf den Betrachter eher als Ornament. Selbst die, die Kenntnisse über die persische Sprache haben können sehr schwer diese Wortfetzen zusammen stellen.

Mir persönlich hat es den Atem verschlagen als ich diese Bilder gesehen habe. Gerne würde ich diese Installation vor Ort betrachten und den Raum auf mich wirken lassen.

schriftraum_wb_incheon2-2.jpeg2009 - Biennale – Incheon

2000_wr_frankfurt-2.jpeg2000 – Galerie Morgen – Frankfurt

2003_wr_bonn-2.jpeg2003 - Frauen Museum – Bonn

Filed Under Uncensored. Die iranische Blogszene

Nilo am Montag, 30. November 2009, 21:25 Uhr
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Abgelegt unter: Berlin, Iran, Kreuzberg, Sehbar

blog

Dass die Iraner sehr fleißige Blogger sind, mag einigen schon aufgefallen sein. Radio, Fernsehen und Zeitungen sind der strengen Zensur des Staates ausgesetzt. Der öffentliche Raum wird ebenfalls überwacht und das Treffen und Organisieren von Interessengemeinschaften ist schier unmöglich. Die Konsequenz für das widerrechtliche Handeln sind  unmenschliche Bestrafungen.
So sehr das iranische Regime glaubt, gegen die Globalisierung schwimmen zu können und eigene martialische Methoden anzuwenden, um das eigene Volk in Schacht zu halten, um so mehr hat die Generation der Social-Networker ihren eigenen Raum gefunden, der sich bislang nicht durch diktatorische Maßnahmen zügeln lässt.
Die Welt wird zu einem Dorf, wenn sich Blogger gegenseitig verlinken und vernetzen. Ich brauche hier das Gefühl der grenzenlosen Freiheit nicht nennen, wenn jegliche Barrieren der Angst schürenden Last abfallen sobald die Finger auf der Tastatur landen.Hierbei entstehen mehr als nur Nachrichten. Die Blogkultur bietet sogar ein eigenständiges literarisches Genre.
Im Rahmen der Happy Revolution? Veranstaltung lesen die drei Berliner Blogger Ekkehard Knörer, Bov Bjerg und Parka Lewis aus iranischen Blogtexten. Weiterhin wird die Medienwissenschaftlerin Yalda Zarbakhch über Geschichten und die aktuelle Entwicklung der iranischen Blogosphäre berichten. Wer gerne diskutieren möchte, kann im Anschluss seine/ihre Meinung kundtun.

Die drei Berliner Blogger findet man auf folgenden Seiten:

Bov Bjerg bloggt unter bov.antville.org und ist Autor des 2008 im Mitteldeutschen Verlag erschienenen Romans “Deadline”. Er ist Schauspieler und beruflicher Schauleser.

Ekkehard Knörer ist Redakteur und Autor des Film-, Medien- und Kulturmagazins Cargo sowie des Cargo-Blogs und perlentaucher.de

Parka Lewiswar Autor des legendären Blogs Gesprächsfetzen.de und ist als solcher in der Anthologie “Berlin oder so. Kleine Großstadtgeschichten” (Thomsn-Verlag 2007) vertreten.

Lesung, Vortrag und Diskussion

6.12.2009, 17 Uhr, Ballhaus Naunynstraße, Eintritt frei

Happy Revolution?

Nilo am Samstag, 28. November 2009, 23:09 Uhr
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Abgelegt unter: Berlin, Iran, Kreuzberg, Kunst

HappyRevolution_Motiv

30 Jahre nach der Revolution und knapp ein halbes Jahr nach der grünen Welle, bieten iranische KünstlerInnen aus dem Iran und aus Europa einen Einblick in ihrer Arbeit. Zumeist sind sie in zweiter Generation im Exil lebend und um das Jahr 1979 geboren.  Sie setzen sich thematisch mit den damaligen und heutigen Ereignissen und deren Folgen auseinander.

zabtesotEine der besonderen musikalischen Ereignisse ist die iranischen Rockband und Star der Teheraner Underground-Szene O-Hum.  Der Sänger Shahram Sharbaf gründete mit Hesam Ayat vor sechs Jahren das Label Zabtesot (Kasstettenrekorder).  Dieses Projekt soll das Sprachrohr im Ausland für den Untergrund-Sound ihrer Heimat  sein. Sie wollen die Werke talentierter Musiker außerhalb iranischer Grenzen an den Mann/ die Frau bringen.
Das iranische Volk möchte zeigen wer sie sind und dass sie vieles mit den Europäern gemeinsam haben. Vielleicht liegt der Unterschied zwischen der Revolution vor dreißig Jahren und der jetzigen darin, dass diesmal Gemeinsamkeiten gesucht und nicht verteufelt werden.

abjeez

Die Abjeez (Umgangsprachlich für Schwestern) eröffnen am 4.12.2009 um21Uhr die Veranstaltungsreihe HAPPY REVOLUTION – views on iran. 30 years later. Abjee Safoura und Abjee Melody Safavi machen mit ihren schwedischen und kubanischen Bandmitgliedern einen interkulturellen Eintopf aus Ska, Flamenco und HipHop-Beats. Diese Leckerei muß unbedingt probiert und nicht diskutiert werden!

Ein Auszug aus dem Programm:

MOVE IN PATTERNS, ein ausgesprochener Publikumsliebling der letzten Saison, wird in diesem Kontext wieder aufgenommen. Die in Berlin lebende Choreographin Modjgan Hashemian erinnert sich in ihrem Stück an die Welt ihrer Kindheit. Der Teppich wird dabei zum Transportmittel zwischen Raum und Zeit. Und seine Ornamente erweisen sich als ebenso vertraut, verträumt wie begrenzend und einschränkend.

TEHRAN BANOU – LADY TEHERAN ein Theaterprojekt von Ayat Najafi kooperiert mit dem Ballhaus Ost und dem Ballhaus Naunynstraße. Um unter dem sozialen Druck nicht zu zerbrechen, sind Verstellungen und Maskierungen in allen Gesellschaften notwendig: In Iran sind sie alltägliche Technik des Überlebens. Im Zentrum von Lady Teheran steht die Strategie des Gender Crossing als Überschreitung der eigenen Geschlechterrolle und als Möglichkeit, sich dem Zugriff der Autoritäten zu entziehen.

UND DER HERR SCHUF DIE KUH eine Parabel von Abbas Maroufi über die Gefahren, die der Rückzug ins Private in Zeiten des politischen Umbruches birgt. Das Stück erlebt seine Premiere in der Naunynstraße in der Regie von Mehdi Moinzadeh.

Eine Literaturreihe beschäftigt sich sowohl mit der neuen persischen Literatur als auch mit der Blogkultur, die besonders während der Proteste nach der Wahl enorm an Bedeutung zugenommen hat. Auch die Filmreihe fokussiert aktuelle Produktionen aus Iran und nicht zuletzt rückt ein Installationsprojekt jene Aufnahmen von Handykameras und Videobildern ins Licht, die Geschichte schrieben und Geschehnisse dokumentierten, die über das Internet weltweit gesehen werden konnten.

Iranische Künstler im Kreuzberger Ballhaus Naunynstraße.
Vom 5. bis zum 21. Dezember
Programm: Ballhaus Naunynstrasse

Happy Revolution @ Facebook

Dreams in Audio – Brazilianance!

Nilo am Mittwoch, 2. September 2009, 21:47 Uhr
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Abgelegt unter: Hörbar, Mixtapes

Wie kann man so ein Mixtape beschreiben ohne gleich aalglatte, von Werbetextern ausgelutschte Metaphern zu verwenden: “Hören sie hier rein, sie erleben Sonne, Strand und Meer”.
Am besten gar kein Versuch hier jegliche Sprache unserer Zeit zu verwenden. Eher eine Anleitung, wie man diese Musik am besten genießt, wie einen guten Wein. Stöpsel auf die Ohren, um einen Tiefgang in die Musik zu sichern. Sorgen sie dafür dass sie niemand stört. Lassen sie sich auf die verschiedenen von Hand gespielten Instrumente ein. Erlauben sie die Farben und Geschmäcker, die ihnen durch den Sinn kommen einen Tanz vor ihrem geistigen Auge.
Der restliche Verlauf ist ihnen selbst überlassen, los lassen, geschehen lassen. Das ist der Bossa, portugiesisch die Welle, der über jeden durch strömt, wenn er/sie sich drauf einlässt.

braziliance mixtape vol1

Brazilianance! (Dreams in Audio) / download / via DJ Day

Tracklist: (weiterlesen…)

Die See gehört mir – Ein Rebell auf hoher See

Nilo am Dienstag, 21. Juli 2009, 23:01 Uhr
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Ein Mann und sein Segelboot, auf dem Weg Einhand die Atlantik zu überqueren. Einmal hin und wieder zurück. Es ist nicht nur ein fröhliches vor sich dahin Segeln, was bei der Betrachtung der Strecke allein wagemutig genug wäre. Hier bei geht es um etwas größeres: Es ist die älteste Einhandregatta der Welt. Sie wird seit 1960 alle vier Jahre ausgetragen und Schirmherr der Veranstaltung ist Prinz Philip, der Ehemann von Königin Elisabeth II.
34 Yachten aus acht Ländern sind gemeldet und der einzige Teilnehmer aus Deutschland ist der, um den es hier auch geht: Uwe Röttering.
Uwe führt während des gesamten Rennens einen Blog. Es ist echt erfrischend und gut geschrieben. Es macht auch als eine Landratte wirklich Spaß seine ‘Tagebucheinträge’ zu lesen.

Vor zehn Jahren umsegelte der abenteuerlustige Jurist die Welt und im Zuge dessen entstand auch sein Buch “Die See gehört mir – Allein ans Ende der Welt”. Diese Lektüre werde ich jetzt in den nächsten Sommertagen mir zugemühte führen, und mich freuen, dass es noch Menschen gibt, die etwas wagen und andere daran teilhaben lassen. Danke Uwe und ‘Mast- und Schotbruch’ auf der restlich verbliebenen Route!

Die See gehört mir

Die See gehört mir

Hier die Kurzbeschreibung aus seinem Buch:
Er ist jung, er hat sein Jura-Studium erfolgreich beendet, und er liebt seine Freundin. Der Lebensweg scheint klar. Und doch ist alles ganz anders, denn seine Leidenschaft ist das Segeln. Mit 30 hat Uwe Röttgering mehr Seemeilen im Logbuch als andere in einem ganzen Leben. Der Börsenboom beschert ihm genug Geld für seinen Traum – eine 12 m lange Aluyacht und das finanzielle Polster, um den Einstieg in den Juristenalltag noch ein paar Jahre zu verschieben: Die Welt ruft. Er ist kein Masochist, aber auch keiner, der es sich besonders einfach macht, wie seine gewählte Route – die im Wesentlichen weit abseits der klassischen Barfußroute durch die hohen Breiten führt – zeigt. Doch er wollte es sportlich, möglichst selten besuchte Inseln mit reichem Tierleben anlaufen und zudem, einer gewissen Schatzsucher-Romantik verpflichtet, die Inseln ansteuern, von denen es nur uralte Berichte und Karten gibt. 50 000 Seemeilen zieht sich sein Kielwasser durch alle Weltmeere. Von Hooksiel über Jan Mayen nach Grönland, den Atlantik der Länge nach bis zu den Inseln der Südpolarmeere, weiter nach Neuseeland, in den Nordpazifik zum Midway-Atoll, über die Südsee nach Chile und um Kap Hoorn herum, einen Abstecher nach Südgeorgien, dann Kapstadt, von dort 6750 Meilen nonstop bis ins amerikanische Newport und schließlich über die Färöer zurück nach Hooksiel. Selbstironisch, kritisch, humorvoll und voller Begeisterung berichtet hier einer von seinem Leben auf See. Von diesen „26 schönsten, freiesten, spannendsten, aber auch anstrengendsten Monaten“ Uwe Röttgerings zu lesen, ist ebenso anregend wie unterhaltsam. Ein absolutes Muss in jeder Segler-Bibliothek, und darüber hinaus auch faszinierend für alle, die jung (geblieben) sind und das Abenteuer lieben. Sechs ausführliche Berichte in der „Yacht“ sowie einige kleinere Reportagen im Fernsehen (WDR) haben diesen jungen, sympathischen Mann bereits bekannt gemacht. Darüber hinaus erhielt er 2003 den begehrten Trans-Ocean-Preis für die herausragendste hochseeseglerische Leistung des Jahres. (Quelle: Amazon.de)

E-Mail aus Teheran Teil 2

Nilo am Montag, 22. Juni 2009, 12:17 Uhr
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Abgelegt unter: Dialog, Iran

e-mail aus teheran

Diese E-Mail habe ich am 18.06.09 erhalten:

hallo allerseits,
bitte weiterhin darauf achten, dass ihr meinen namen nicht erwahnt, danke.

Dienstag:
- bei der demo am montag kam es zum schluss zu auseinandersetzungen und 7 demonstranten wurden erschossen
- 53 millionen wahlzettel wurden gedruckt – ca. 40 millionen haben gewaehlt
also ca. 13 millionen sind verschwunden (zzgl. die wahlzettel gingen mehreren wahllokalen aus!)
-ein lehrer aus einem dorf hat in einem “nicht hier sender” berichtet,
dass sein dorf aus insgesamt 800 menschen besteht (von 0 bis 99) und
die veroeffentlichten wahlergebnisse im offiziellen fernsehen gaben an,
dass 2000 fuer A. gewaehlt haetten!!!
- so gibt es oefter wahlbeteiligungen von 120% etc
-die menschen gehen seit 2 tagen punkt 22 uhr auf den daechern und rufen
“gott ist gross” genau das selbe gab es auch vor 30 jahren (man hoert
parallel dazu luftgewehre – diese werden nicht von den demonstranten
geschossen!)
- zivile polizisten, informanten und andere mischen
sich seit tagen unter den demonstranten um informationen zu sammeln und
wenn noetig greifen sie zu
- es wurden etliche kaempfer aus s y r i e n eingeflogen um gegen die demonstranten mit zu kaempfen
- mobile telefone waren erst teilweise und gegenabends ganz ausgeschaltet
- sms ist weiterhin komplett lahmgelegt
- mehere wichtige nachrichtensender, die nur ueber satellite zu empfangen sind – sind nicht mehr zu empfangen
-die offiziellen fernsehsender hier zeigen brennde autos und zerstoerte
banken und berichten von “wenige” chaoten, die es auf zerstoerung und
vandalismus angelegt haben und menschen die ohne genhemigung
demonstrieren sind gesetzesbrecher und gegen die wird ab jetzt haerter
durchgegriffen

Mittwoch:
- weiterhin nicht zugaenglich:
sms, bestimmte fernsehsender ueber satelite, viele internet seiten und
ab nachmittags kein mobil netz
- viele web-accounts wie gmx sind nicht mehr zugaenglich
- anrufe ins ausland sind fast unmoeglich geworden – man kommt nicht durch
- internet gescheindigkeit wird immer langsamer
- es gibt auch weiterhin mehrere festnahmen, der vater einer guten freundin war heute unter den festgenommenen
- ein informant, der auf der offiziellen seite arbeitete und von wahlbetrug erzaehlt hatte – wurde heute hingerichtet
-wieder eine riesen demo wie jeden tag, ich kann nicht sagen wieviele es
waren schaetzungsweise 1 million… – auch in anderen staedte wird
weiterhin demonstriert
- die demonstrationen sind still, dass heisst
ohne parolen, man sieht staendig leute mit “silence” schilder rum
laufen, damit will man zeigen, dass man friedliche absichten hat
- da es meist abends wenns dunkel wird auseinandersetzungen gibt – gehen die meisten vor sonnen untergang friedlich heim
- morgen ist die demo mit schwarzer kleidung geplant als trauermarsch fuer die 7 verstorbenen

abgesehen von der gefahr ist hier eine komische stimmung, die sich bei mir
besonders in den letzten tagen bemerkbar macht. ich fuehle mich jeden
tag mehr von der gesamten welt abgeschnitten – jetzt gibts nur noch das
extrem verlangasmte internet wollen wir hoffen, dass dies uns bleibt.

trotzallem weiterhin: bin froh mich hier beteiligen zu koennen

lg
:p

E-Mail aus Teheran Teil 1

Nilo am Sonntag, 21. Juni 2009, 09:06 Uhr
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Abgelegt unter: Iran, Lesbar

victory1

Über zwei Ecken bekomme ich von einer Person, die direkt in Teheran sitzt und direkt alles mitbekommt eine E-Mail. Diese Person möchte unerkannt bleiben. Die E-Mail wird unverändert veröffentlicht.

E-Mail vom 16.06.09:

Betreff: das ganze land ist in unruhe – noch halten alle durch!

meine lieben freunde,

wie einige von euch wissen schreibe ich gerade aus teheran.

bitte unterstuetzt uns hier irgendwie! es ist wirklich wichtig.

macht laerm!
geht auf die strassen!
schickt emails an alle die ihr kennt – schreibt zeitungen, schreibt organisationen und macht aufmerksam.

lasst bitte meinen namen unbedingt raus!

diese seite ist hier ist gefiltert und ich kann sie nicht oeffnen, aber schaut rein und wenn es fuer euch sinn macht bitte unterschreibt.

freitag wahltag:
- sms war ganz taegig ausgeschaltet
- bis mitternacht konnte man noch an die meisten urnen hier in der stadt
- gegen 02 uhr nachts war ein erstes ergebnis im fernsehen – was bis heute das selbige ist!

samstag:
- erste schwere unruhen
- facebook ist gefiltert – nicht mehr zu oeffnen – viele haben hier nachrichten an einander geschickt, massivst kommuniziert und treffpunkte abgemacht
- viele wichtige nachrichtenseiten sind ebenso nicht zugaengig
- sms immer noch aus
- abends alle mobil netze ausgeschaltet
- ein freund von mir bekommt knueppel schlaege ab
- gegen abend: polizei erhielt die erlaubnis zum schiessen
- alle offiziellen fernsehsender berichten immer noch nichts – gar nichts
- nachts sind schuesse zu hoeren

sonntag:
- ausschreitungen im ganzen land alle groesseren staedte sind in unruhe – das land ist in unruhe!
- schlimme strassen kaempfe hier in teheran
- sah selbst wie 5 polizisten einen jungen in die haende gekriegt haben und ihn mit der kette schlugen
- eine der hauptzeitungen der stadt (e t e m a d e  m e l l i – n a t i o n a l  t r u s t) hat eine 1/3 leere titelseite, da sie das kommentar zweier “gescheiterter kandidaten” nicht drucken duerften
- neben mir wird ein freund auf dem dach eines hauses von der strasse aus mit einer pistole bedroht er solle ins haus gehen
- eine freundin will nach hause und kehrt voellig eingeschuechtert und aengstlich zurueck
- ich uebernachte dort wo ich bin da ich nicht nach hause kam
- abends einbruch in der universitaet da sich dort studenten eingeschlossen hatten und protestierten (das ist anscheinend seit 44 jahren hier nicht vorgefallen)
- viele wlan netze sind ausgeschaltet
- hoerbare unruhen bis mitternachts in der ganzen stadt
- fernsehen, zeitungen und radio berichtet nichts
- es gab mehrere festnahmen

menschen jugendliche, frau und maenner wurden bis jetzt mit knueppel (plus elektro schocker), ketten sogar mal mit luftgewehren angegriffen
aber die sind immer noch auf der strasse!
die menschen gehen alle in friedlicher absicht – und schuetzen sogar einzelne polizisten, die allein in eine gruppe geraten!

montag:
- eine riesen demo quer durch die stadt es gab verletzte
- im fernsehen gibt man “exakte waehler zahlen” pro kandidat und stadt bekannt und berichtet wenig und zum ersten mal von unruhen und dass man diese nicht mehr tolerieren! werde (das kann verstanden werden als: man greift zu haerteren methoden)

ich bin so beeindruckt wie sich die stimmen buendeln und wie mutig die leute kaempfen um recht zu bekommen.
was ist mit menschheitsorganisationen? was ist mit einmischung?
irgendwie habe ich das gefuehl die menschen hier sind komplett allein – wir sind allein – ohne grosse hilfe von aussen…
muss man zu sehen bis es zu spaet ist?

seit bei uns! wir brauchen eure energie und stimmen!

DANKE

wenn ihr mir schreibt wollt: bitte bestimmte woerter und meinen namen nicht verwenden – und nur diese adresse verwenden!
ruft mich bitte hier nicht an – es ist zu unsicher – auch wenn ich das schweren herzens schreibe

und vergisst nicht: ich bin hier nicht gefangen – ich will und wollte hier sein

lg
:p

Ahmadi Bye Bye?

Nilo am Freitag, 12. Juni 2009, 07:37 Uhr
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Praesidentschaftswahl Im Iran 2009

Iran Präsidentschaftswahl 2009
Heute sind Präsidentschaftswahlen im Iran. Bilder, die über das Internet aus Teheran kommen, lassen einen Funken Hoffnung getaucht in grün durchschimmern. Jedoch schwebt über allem die Wolke der Korruption.
Keiner weiß wirklich, ob es diesmal was bringt auf die Straßen von Teheran zu gehen und nach Reformen zu rufen oder gar in die Wahlkabinen zu gehen.

Schon im Voraus hat der Wächterrat “ungeeignete” Kandidaten nicht zur Wahl antreten lassen. Dieses Jahr hatten sich nach Angaben der ARD 475 Kandidaten zur Präsidentschaftswahl beworben und nur vier sind übrig geblieben.
Es ist außerdem bekannt, dass in Iran die Wahlen manipuliert werden (Nirumand, 2009) – schlechte Voraussetzungen für eine wirkliche Änderung durch Wahlen. Doch niemand hätte 1997 mit dem Sieg des Reformers Muhammad Chatami gerechnet. Genau so wenig hatte man damit gerechnet, dass Teherans Bürgermeister Mahmud Ahmadinejad 2005 gegen Rafsanjani, einer der mächtigsten Männer im Gottesstaat, antrat und Präsident wurde. Allerdings war hier aus Protest die Wahlbeteiligung sehr gering. Die Menschen hatten sich während Khatamis Amtsperiode grundlegende Änderungen gewünscht, welche nicht erfüllt wurden.

Nach Meinungsumfragen liegen Ahmadineschad und Mussavi Kopf an Kopf
Das Szenario erinnert etwas an Obamas Wahlkampf. Mir Hussein Mussavi setzt unter anderem auf moderne Medien und soziale Netzwerke wie etwa Facebook. Er erreicht nicht nur die Menschen im Land, sondern auch die im Exil Lebenden. Nachdem Facebook im letzten Monat für einige Tage gesperrt wurde, hob man diese einige Tage später wieder auf. Eine Stellungnahme gab es nicht. Dies lässt Raum für Spekulationen: Vielleicht sollte damit der Druck aus dem Kessel gelassen werden, denn die Sperre brachte sehr wenig. Viele hatten innerhalb kürzester Zeit einen Weg gefunden, die Zensur zu umgehen. Und natürlich fluchten sie über die jetzige Regierung. Keine gute Voraussetzung, wenn der amtierende Präsident zur Wiederwahl steht.

Zum anderen lässt Mussavi seine Frau sprechen, die bei jedem Auftritt des Kandidaten dabei ist. Zahra Rahnaward ist Kunstprofessorin, Mutter und Großmutter. Sie repräsentiert das, was für viele Frauen im Iran erstrebenswert ist: Nicht nur traditionelle Werte wie Haushalt und Kindererziehung zu erfüllen, sondern zudem eine erfolgreiche Karriere vorweisen zu können.
Ahamdinejad erkannte den Vorteil, seine Frau in den Wahlkampf einzubringen und tat es Mussavi gleich. Nicht zuletzt, um auch die weibliche Wählerschaft zu gewinnen.

Medienzirkus und Atomprogramm
Es scheint, dass der Iran durch die Lockerung der Pressefreiheit dem Westen zeigen will, dass er seine Hausaufgaben gemacht hat. Die scharfen Sanktionen und die Finanzkrise scheinen den Mullahstaat getroffen zu haben. Mit Ahamadinejad hatte man auf das falsche Pferd gesetzt. Die guten wirtschaftlichen Beziehungen, die zwischen dem Iran und Deutschland herrschten, wurden abrupt auf Eis gelegt, nachdem sich der amtierende Präsident als Holocaust-Leugner und Gegner Israels entpuppte. Nachdem das iranische Atomprogramm begann, wurde die Lage für den Westen unvertretbar.

Alles in allem will das Land, und das ist nicht nur der Staat, vielmehr die Menschen, die seit Tagen auf die Straßen gehen und nach einer kleinen Revolution rufen, nicht weltweit geächtet werden und mit negativen Bildern in Verbindung gebracht werden. Sollte Ahmadinejad nicht wieder in seinem Amt bestätigt werden, so wird das nur ein kleiner Schritt sein. Große Euphorie wäre übertrieben, denn demokratische Wahlen sehen anders aus. Ob es möglich sein wird Reformen durchzusetzten, hängt ganz von der Willkür des geistlichen Führers ab.

Die Kandidaten
Kandidaten: Ahmadinedschad Mussawi Karrubi Rezai
Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad
Ex-Ministerpräsident Hussein Mussawi
Der Geistliche Mehdi Karrubi
Mohsen Rezai, gilt als Außenseiter und wird von Interpol gesucht.

Quellen
Wahlkampf in Iran – “Ich will mit meiner Freundin Hand in Hand laufen dürfen” Spiegel-Online
Iran und G 20 – Iran ist doppelt getroffen Zeit-Online
Präsidentenwahl im Iran: Die vier Kandidaten Tagesschau-Online
Iran – Innenpolitik Auswärtiges Amt
Iran Report, Juni 2009 Heinrich Böll Stiftung
Fotos: Shahram Sharif (cc), Wikipedia

Guess who-Part II

Nilo am Donnerstag, 21. Februar 2008, 13:20 Uhr
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Wieder einmal ist es soweit. Titel und Interpret? Auch diesmal ohne googeln!
Nur soviel sei gesagt: Durch eine ’schnippel-Serie’ erinnerte die Coverversion wieder an die original Interpreten.

Baby, I can’t figure it out
Your kisses taste like honey
Sweet lies don’t gimme no rise
Oh, oh what you’re trying to do?

Livin’ on your cheatin’
and the pain grows inside me
It’s enough to leave me crying in the rain
Love you forever but you’re
driving me insane
and I’m hanging on
Oh, oh, I’ll win, I’ll never give in

Our love has got the power
Too many lovers in one lifetime
ain’t good for you
You treat me like a vision in the night
Someone there to stand behind you
When your world ain’t working right

I ain’t no vision, I am the man
who loves you inside out
backwards and forwards with
my heart hanging out
I love no other way

What am I gonna do if we lose that fire?
Wrap myself up and take me home again
Too many heartaches in one
lifetime ain’t good for me
I figure it’s the love that keeps you warm

Let this moment be forever
we won’t ever feel the storm
I ain’t no vision, I am the man
who loves you inside out
backwards and forwards with
my heart hanging out

I love no other way
What am I gonna do if we lose that fire?
Don’t try to tell me it’s all over
I can’t hear a word I can’t hear a line
No man could love you more
And that’s what I’m cryin’ for
You can’t change the way I feel inside

You’re the reason for my laughter and my sorrow
Blow out the candle I will burn again tomorrow
No man on earth can stand
between my love and I
And no matter how you hurt me
I will love you till I die

I ain’t no vision, I am the man
who loves you inside out
backwards and forwards with
my heart hanging out
I love no other way
What am I gonna do if we lose that fire?

Transsexuel in Teheran

Nilo am Mittwoch, 20. Februar 2008, 20:06 Uhr
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trans.jpgNegin Kianfar und Daisy Mohr ein iranisch/holländisches Duo, zeigen einen kleinen Film über Transsexuelle in Iran, Teheran.
The Birthday zeigt ein heikles Thema, welches nicht nur in unserer Gesellschaft für Männer und Frauen, die sich nicht mit ihrem gebürtigen Geschlecht identifizieren können, problematisch ist.
Kaum zu glauben, dass in einem so konservativ, religiösen Land die Umwandlung des Geschlechts als etwas Notwendiges angesehen wird, wenn dieser Mensch sich nicht wohl in seiner/ihrer Haut fühlt. Es ist ein boomendes Geschäft, welches sehr schnell und einfach von statten geht.
Der Film ist OmU auf holländisch. Dennoch kann man einen Einblick vom öffentlichen und privaten Leben in Teheran bekommen.

Guess who-Part I

Nilo am Freitag, 1. Februar 2008, 09:34 Uhr
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Na???? Wer kennt Titel und Interpret. Wer weiß es ohne gleich zu googlen?

I know that i’ve been made in love before
And how it could be with you
Really hurt me baby, really cut me baby
How can I have a day without a night
You’re the book that I have opened
And now i’ve got to know much more

The curiousness of your potential kiss
Has got my mind and body aching
Really hurt me baby, really cut me baby
How can I’ve a day without a night
You’re the book that I’ve opened
And now I’ve got to know much more

Like a soul without a mind
In a body without a heart
I’m missing every part

*****Lösung***** 

Wir gratulieren allen Gewinnern! Sie erhalten einen netten, warmen Händedruck.
Enjoy the music:
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GOOGOOSH – It’s too late

Nilo am Freitag, 21. September 2007, 20:23 Uhr
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Und wieder einmal was über die fabelhafte Googoosh. Sie schwamm auf der internationalen Welle des Pops mit; ihre Wandlungsfähigkeit zeigt sie nicht nur durch ihr Äußeres, sondern auch durch ihre Songs. Hier ein Stück aus den 70er:

YouTube Preview Image
Googoosh Video

Iraner, Araber, Amerikaner, Australier und Briten

Nilo am Freitag, 10. August 2007, 15:20 Uhr
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Nach langer Schreibblockade weht der Wind nun aus Richtung Westen nach Osten. Meine sehr gute Freundin Z. hat mich auf folgende Videos aufmerksam gemacht, die etwas zur Völkerverständigung beitragen.

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Maz Jobrani Teil1

(weiterlesen…)

Donnerstag 5.7.07 – Innerer Monolog

Nilo am Donnerstag, 5. Juli 2007, 15:22 Uhr
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“6 Kasus im Altpersischen: 1.Nominativ 2. Vokativ 3. Akkusativ 4. Genetivdativ 5.Instrumentalis /Ablativ 6. Lokativ…alles klar das sitzt.

Was ist das?…la,la,la, das Lied kommt mir bekannt vor….mmm,na,na,na,naaa. oh man reiß dich zusammen! Lernen ist angesagt!

Also: Die Akkusativ, Singularendung ist -m bei allen masc. und fem. Nomen.

Ich habs:
Golden brown, texture like sun
Lays me down with my mind she runs…

Zu beachten sind hierbei die a-, aa-, i- und u- Stämme, die ebenfalls ein -m angefügt bekommen. Konsonanten nehmen die Endung -am an.

Ich muss wissen wer das gesungen hat. Let’s google….alles klar: The Stranglers!
Und hier noch ein Video:
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Akkusativ Singular von dahayu- ist dhayaaum oder dahayaavam

Man bin ich fertig, ich mach mal ‘ne Pause.”


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