DJ Venus @ Nachtwerk Club
Marinelli am Dienstag, 30. Oktober 2012, 09:00 Uhr
DJ Venus und seine immense Vinylsammlung sorgten immer wieder für meine musikalische Unterhaltung. Seine Selection ist extrem individuell und seine Skillz an den Wheels of Steel sind einfach der Hammer.
Bei seinem letzten Set im Nachtwerk-Club brachte er eine feine Mischung alter klassischer Cosmictracks zu Gehör, die mir einen derben Backflash beschert hat. Wunderbare Musik aus einer Zeit, zu der alles, aber wirklich alles besser war. Ihr kennt das. Reggae, Dub, Disco, Bhangra usw. Wie immer gilt hier: Don’t call it World. Auf gar keinen Fall!
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Ein Beitrag von
Marinelli
@marinelli ist italienischer Exilbayer in Berlin, Vater, schwerstabhängiger Musikjunkie, seit 1972 auf der Suche nach dem perfekten Mix.
Kommentare





Warum eigentlich immer: “Don’t call it World”?
Magst Du mir schlau machen? Wegen Eurozentrismus? Ich bin aufgewachsen mit dem Begriff der Weltmusik, verstehe darunter ein Genre, aber fühle mich dabei nicht in der “Mitte”.
Wie auch immer, ich höre mir den Sound mal an… – gleich, oder später.
So steht es bei uns über der Kategorie “Don’t Call It World” geschrieben.
Diese Bezeichnung hat sich zwischen Nilo, Peter und mir so eingebürgert, weil wir alle drei sehr gerne Musik mit Einflüssen aus aller Welt mögen, aber finden, daß das Label “Weltmusik” irgendwie nach Zauber der Anden, Enigma oder ähnlich übler Pop-Sauce mit Exotikbonus stinkt. Und genau dort, wo Weltmusikeinflüsse schön exotisiert werden und genauso benutzt werden wie anderswo der Tittenbonus findet der Eurozentrismus statt.
Dagegen wehren wir uns. Oder so. :-)
Aber das Label Putumayo (oder besser deren Mugge) würdest Du doch sicher nicht als Musik mit “Tittenbonus” bezeichnen!?
Oder habe ich Dich falsch verstanden?
Fusion? Wäre das verträglich?
Ansonsten finde ich eure Bezeichnung schon schwer in Ordnung, wenn auch etwas sperrig. Schwamm drüber.
Ich habe überhaupt nichts als “Musik mit Tittenbonus” bezeichnet, ich meinte Tittenbonus und irgendwelche Ethnosounds funktionieren ähnlich.
Hm…Putumayo ist grenzwertig. Sicher veröffentlichen die zum Teil sehr authentische Weltmusik, aber wie sie das tun, ist genau der Exotismus, den ich so scheisse finde. Diese kitschigen, farbenfrohen und handgemalten Cover. Das alles dient IMHO dazu, Klisches zu festigen. So a la “Der Südamerikaner hat ja viel mehr Rhythmus im Blut.” Auch wenn echte Perlen auf den CDs sind, die Vermarktung und die Optik sind genau das, was den Begriff “World Musik” bei uns so negativ besetzt.
“Fusion” geht gar nicht, weil erstens in der Musik der Begriff schon für eine bestimmte Mischung, nämlich Jazz und Funk steht und er außerdem viel zu nichtsagend ist. Welche moderne Musik ist denn heute bitte keine Fusion mehrerer Stile?
Ich lasse mich noch auf “Global Beats” oder noch besser “Global Bass” ein, aber das ist sehr subjektiv.