133 GrOl – Von Groningen nach Oldenburg und Dubstep nach Minimal
martONE am Dienstag, 28. August 2012, 13:00 Uhr
Kulturprojekte sind so eine Sache. Entweder gibt es kein Geld oder das Geld wird schlecht verteilt oder es geht keiner hin. Zumindest haftet kulturellen Projekten oftmals etwas negatives an. Dem wollten sich Musiker aus Oldenburg und Groningen entledigen und haben unter dem Namen 133GrOl ein interkulturelles Musikprojekt gestartet, das sich wirklich sehr smooth anhört – die Bandbreite reicht von Minimal bis Dubstep! Wie das alles funktioniert hat, warum das Projekt ein schönes Beispiel für andere Städte sein könnte und wie es weitergeht, erklärt uns Daniel Tronnier im Mini-Interview – der hat sich das nämlich alles ausgedacht!
Hier ist direkt der Download-Link
Daniel, wie kam es zu dem Projekt und warum macht Ihr das?
Ich entwickle und setzte seit 3 Jahren für den Lokalsender Oldenburg eins “Kultur-Projekte” im Rahmen der Creative City Challenge um. Im letzten Durchlauf des Projektes ging es um die Zusammenarbeit mit anderen Städten, die an CCC teilnehmen. Ich habe einen Filmwettbewerb für Oldenburger und Groninger Filmemacher gemacht und war ziemlich begeistert von unserer Partnerstadt und der kulturellen und subkulturellen Infrastruktur, die dort herrscht.
Deshalb wollte ich auch im letzten Durchlauf ein transnationales Projekt entwerfen, dass aber auch eine Art Nachhaltigkeit besitzt, also ein Projekt, dass wieder aufgenommen und weiterentwickelt/ ausgebaut werden kann. Außerdem habe ich eh sehr viel mit Musik und Veranstaltungen zutun und habe immer ein großes Interesse an subkulturellen Bewegungen einer Stadt. Besonders interessant fand ich dabei schon immer, verschiedene Strömungen nicht nur aufeinander prallen zu lassen, sondern richtig ineinander zu verstricken. So entsteht in meinen Augen eine besondere Auseinandersetzung mit der Ausdrucksform, dem Genre der Kunstform…
Ganz wichtig ist für mich der Aspekt, dass hier Musiker und Bands aus ihrem Subkultur-Rahmen gehoben werden und sich einer anderen Öffentlichkeit zeigen, eine Öffentlichkeit, die eigentlich keine Ahnung hat, was da unter dem Mantel des Mainstream in ihrer Stadt so brodelt. Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, dass diese “Kenntnis eines Undergrounds” in Groningen deutlich verbreiteter ist. Oldenburg hingegen empfinde ich in dieser Richtung als extrem verschlossen und unbeweglich. Hier (so glaube ich) besteht sehr wenig Interesse und Neugierde an den Dingen, die so in der Stadt (kulturell) passieren.
Ich hoffe, dass ich diese Aspekte in das Projekt einweben konnte. Deshalb sind so unterschiedliche Musikrichtungen drauf und genau deshalb ist der Sampler auch kostenlos.Zu erwähnen gibt es wohl noch, dass es am 10.11. ein großes Abschlussevent gibt, bei dem dann voraussichtlich alle Beteiligten auftreten werden. Und ob man es glaubt oder nicht, wird die ganz Angelegenheit nun auch von der Stadt Oldenburg gefördert. Auch das Busunternehmen Public Express und die Kulturetage, über die gesamte CCC-Projekt läuft, sind Projektpartner.
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martONE
Bassliebhaber, Dubplate-Besitzer und Freund des gepflegten One-Drop. Lebt vom Journalismus, lebt für die Liebe.


