Rebelstagram: Eigener, selbstgehosteter Twitter-Bilderservice
pEtEr Withoutfield am Montag, 4. Juni 2012, 12:15 Uhr
“Finger weg von Twitpic, Twitter und Lockerz beim Foto-Upload” titelte irights.info vor ein paar Monaten und schrieb weiter:
“Wer Twitpic, Twitter, Lockerz und Picplz nutzt, um Fotos hochzuladen, gewährt ihnen alle sehr weitgehende Nutzungsrechte, ohne einen Anspruch auf Vergütung zu haben.”
Und auch der Typ mit dem roten Haar schrieb vor einiger Zeit: “Wer Facebook, Twitter oder andere soziale Netzwerke nutzt, ist im Netz nicht wirklich frei. All diese Dienste können von den Betreibern jederzeit verändert, verkauft, zensiert, geschlossen werden. Wer wirklich frei im Internet veröffentlichen will, braucht eine eigene Website.”
Okay, eigene Webseite haben wir schon lange, der Social-Media-Kram wird nicht mehr automatisch geladen und übermittelt somit keine Daten unaufgefordert nach Hause. Was blieb war das schlechte Gefühl, meine eigenen Schnappschüsse bei Twitter-Bilderservices wie Twitpic, Twitter, Lockers oder Instagram hochzuladen und dabei nicht zu wissen, was eigentlich mit meinen Bildern passiert. Seitenlange AGBs und Nutzungsbedingungen in englischen Anwalts-Blah durchzulesen und zu verstehen gehören nicht zu meinen Superkräften. Alternativen finden, eigene Webservices aufzusetzen und am Server rumzufummeln allerdings schon eher!
Und so machte ich mich auf die Suche nach einer alternativen Möglichkeit, meine Bilder auf meinem Webspace zu hosten und trotzdem viele der Vorzüge von genannten Twitter-Bilderservices nutzen zu können.
Ge- und für gut befunden habe ich schließlich das Twitter Image Host-Plugin für WordPress, das zwar schon zwei Jahre auf dem Buckel hat, dafür aber noch astrein funktioniert, einfach zu installieren ist und die Hauptfeatures schon mit sich bringt.
Am wichtigsten dabei war mir die Möglichkeit eine API nutzen zu können, die man über Apps wie zum Beispiel Tweetie oder Tweetbot ansprechen kann um eigenen Service nutzen zu können.
Nach der Installation des Plugins ist eigentlich schon alles fertig. Man muss nur noch bei Twitter eine App anlegen und die dort generierten Twitter-API-Keys auf der Plugin-Seite im WP-Backend hinterlegen. Hier bekommt man auch den Zugangspunkt zur Twitter Image Host Installation für Apps wie zum Beispiel Tweetbot.
Alles eingerichtet funktionierte der erste Test auch auf Anhieb und die Bilder erschienen im Standard-Artikel-Template. Doch damit nicht genug: Wer es noch etwas angepasster möchte erstellt eine eigene Template-Vorlage und nutzt die Plugin-eigenen PHP-Functions um das Aussehen und die allgemeine Integration zu verfeinern. Sogar ein eigener Loop ist vorhanden, der viel Spielraum für weitere Auswertungen der Twitter-Bilder bietet.
Ich möchte an dieser Stelle nicht mit den technischen Details langweilen. Diese hat der Autor den Plugins schon ausreichend und verständlich dokumentiert.
Sogar eine eigene Kurz-URL ist mit ein bisschen Server-Wissen erstellbar. Hierfür habe ich unsere hauseigene rbll.de-Kurz-URL erweitert und nutze fortan pic.rbll.de für die Kommunikation via Twitter.
Kommen wir zu den Nachteilen
Natürlich ist diese Lösung kein 100 Prozentiger Ersatz für die oben bereits erwähnten, professionellen Bilderdienste. Die Vorschau in der Twittertimeline fehlt ebenso wie die Anzeige unter “neuste Bilder” im eigenen Twitter-Profil. Und natürlich bietet diese Insellösung auch kein Vernetzung mit anderen Usern, wie zum Beispiel bei Instagram.
Die Schwachstellen dieser Lösung werden aber vielleicht schon bald in angekündigter Version 2 behoben werden. Ich rechne fest damit, dass sich der Funktions- und Feature-Umfang um einiges erweitern wird.
Fazit
Unterm Strich kann ich diesen Service jedem empfehlen, der seine Bilder nicht bei einen x-beliebigem Anbieter hosten möchte und die volle Kontrolle über seine Pics behalten möchte.
Beispiel-Bild / Rebelstagram-Übersicht
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Vielleicht ist jemanden schon aufgefallen, dass ich für Links ...
Ein Beitrag von
pEtEr Withoutfield
Selbsternannter Crossover-Medienterrorist, Musik-Nerd und Social-Media-Schleuder.
-
[...] haben bei den Blogrebellen schon vor einiger Zeit gezeigt, wie man sich seinen eigenen Whatever-gram baut. Das geht ganz easy. Aus aktuellem Anlass zeigen [...]





Yeah, super!
Jedes dieser Bilder erscheint unter der Rebellendomain und hat damit auch Social-Buttons für Twitter, Facebook und G+.
Liefert das nicht genau die Funktionen zum Bewerten und Teilen nach, deren Fehlen Du hier als Nachteil gegenüber Instagram siehst?
Coole Sache,
allerdings ist das gar nicht der Grund, warum ich picplz noch nutze. Da geht’s mir nämlich darum ein Foto quer durch’s Netz mit einem upload zu verteilen. Ich werd mich mal weiter umschauen, selbst gehostet ist glaube schon das beste.
Vielen Dank für den Post,
acid
Acid, Du nutzt picplz?
Hast Du das hier schon gesehen?
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Photo-Sharing-Dienst-picplz-faehrt-seine-Server-runter-1589644.html
@Marinelli:
Ich zitiere an dieser Stelle mal den Tanith:
“@withoutfield ich glaube du hast Picservices nicht verstanden, was du da machst ist als würdest du Twitter ins Blog sperren ;-D”
und
“@withoutfield nein, es geht auch um liken, followen, kommentieren etc. Bilder im Blog und Twitpic gab’s auch schon vor Instagram”
Wobei liken funktioniert wie du schon richtig festgestellt hast, aber eben nicht das Plattformabhängige folgen anderer User.
Ansonsten sehe ich das “Twitter ins Blog sperren” auch nicht so wie Tanith. Das einzige was hier ausgesperrt ist sind die bereits im Artikel erwähnten Vorschauen in der Twitter Timeline.
@marinelli jupp, ich weiß :/
der ganze andere kram wie liken und sharen ist mir ja ersmal schnuppe, dafür kommt es ja nach tumblr und soup ;)
jein, es geht eben auch darum API Zugriff zu haben, einen Bildstrom über die App zu haben oder direkt aus der Foto oder Bearbeitungsapp auf den Dienst zu posten. Ich folge und kommuniziere z.B. auf Instagram eher ganz anderen Leuten als auf Blogs oder Twitter. Kann man zwar so machen, falls Twitter die einzige Quelle ist wo man seine Bilder verlinkt, aber mir persönlich wäre das zu wenig, das Entdecken fällt ja fast völlig weg
vielleicht sollten wir die reinen Picservices wie yfrog usw nicht mehr mit Communities wie Instagram oder Flickr in einen Topf werfen.
Imho kann Rebelstagram erstere sehr gut ersetzen und zweitere eher so mäßig. Liken und Sharen funktioniert in Maßen über Twitter und Facebook, Followen halt nicht.
Ich hab zwar oft über Instagram gelästert, aber ich stehe zum Beispiel unglaublich auf die Community bei Soundcloud und habe sie oft als “Facebook ohne den ganzen non-music-crap” bezeichnet.
Instagram dürfte für photointeressierte Menschen genau den gleichen Vorteil bieten, wie Soundcloud für mich….