Blogrebellen Kreuzberg

4 Jahre fiese Mucke. Weiter so! – Eine politische Betrachtung

am Samstag, 8. Januar 2011, 16:36 Uhr
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Leute, was hört Ihr hier eigentlich für Zeug? Da drehen sich mir die Ohrmuscheln auf links, aber ihr geht total ab. Fragt sich: Wer von uns hat einen an der Waffel? Ich glaube, die Sache ist klar: Ihr.

Wobei. Mit diesem #tassebier-Ritus gehe ich völlig konform. Mag es etwa sein, dass zwischen Schwarz und Weiss weitere Abstufungen existieren? Ich könnte mich mit einem solchen Gedanken anfreunden, aber ich bin ja auch kein Rebell, kein Umstürzler, keiner, der die Grundfesten unserer Staatsordnung in Frage stellt. Wie, ihr auch nicht? Versucht nicht, mich zu verwirren.

Feindbilder sind nur dann gut, wenn sie klar sind. Schaut Euch den Pantoffelpunk an. Gibt sich quasi linksradikal, wohnt jedoch kommod in einer von Ausländern unterbesiedelten Gegend im deutschen Norden, geradezu konservativ. Ein echter Theoretiker also, der Mann. Aber ein erstklassiges Feindbild, wo man eines braucht. Hört auch nur komische Mucke, übrigens. Aber das nur am Rande.

Sind die Blogrebellen also ein Feindbild für jemanden wie mich, der nur ordentliche Mucke, wie Disciple, Kutless, Fireflight, The Letter Black oder Skillet hört? Ideologisch betrachtet sicherlich. Andererseits sind es gerade Ideologien, die der Welt von heute die Perspektive rauben.

Nehmt mich als Beispiel. Ich bin keiner Ideologie verhaftet. Ich kann Sarrazins Thesen in Teilen nachvollziehen. Ich bin kein Freund unregulierter Zuwanderung. Ich möchte den Sozialstaat gegen diejenigen geschützt wissen, die nur hierher kommen, weil sie da, wo sie herkommen, weniger hätten, als hier mit Hartz4. Ich stehe dem verkürzten Bildungsweg bis zum Abitur total ablehnend gegenüber. Die Einführung einer Gemeinschaftsschule ist meiner Meinung nach ebenfalls der falsche Weg. Ich halte den Militäreinsatz in Afghanistan für totalen Mist. Ich bin für hohe Vermögenssteuern. Ich bin für die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze. Ich bin für höhere Spitzensteuersätze. Ich halte die Ausweitung der Leiharbeit für den total falschen Weg. Ich halte nicht Hartz4 für zu hoch, sondern die gängigen Löhne für zu niedrig. Ich fordere die soziale Verantwortung des Kapitals ein und ich halte die Globalisierung für den allerletzten Scheiß. Was bin ich? Ein rechtskonservativer Linksliberaler?

Was ich sagen will: Schubladendenken ist was für geistig Arme. Und insofern sind auch Parteien etwas für geistig Arme. Immerhin institutionalisieren sie praktisch das Schubladendenken. Freie Geister sind nicht das, was Parteien brauchen. Leute, die sich als Stimmvieh hinter Parteibeschlüsse stellen und zu sämtlichen von der Partei definierten Lösungskonzepten stehen, dabei möglichst die Fresse halten und ihre Alphatiere unterstützen. Das sind die Menschen, die das moderne Parteiensystem fordert und fördert.

Nichts für mich. Da stelle ich mich lieber auf die Seite der Rebellen. Auch wenn es “nur” Blogrebellen sind, die noch dazu komische Mucke hören.

In diesem Sinne: Alles Gute zum vierten Geburtstag.

Ein Beitrag von Blogrebell
Bloggt seit fünf Jahren, davon seit vier Jahren als Söldner. Kann daher etliche Narben zeigen, tut es aber nicht. Es sei denn, das Angebot stimmt.

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17 Kommentare to “4 Jahre fiese Mucke. Weiter so! – Eine politische Betrachtung”

  1. pEtEr Withoutfield sagt:

    “Auch wenn es “nur” Blogrebellen sind, die noch dazu komische Mucke hören.” :D
    Danke, toll!!

  2. pantoffelpunk sagt:

    Ach, Peter Dietereit, Du leitest mal wieder aus ein paar sinnlos zusammengestrickten Halbwahrheiten Weltbilder her: Ich muss also, um für eine Welt ohne Diskriminierung und Ausbeutung, dafür mit einer gerechten Verteilung der Ressourcen einzustehen, in einem von mindestens zu 50% von Migranten besiedelten Ghetto wohnen?

    Hm. Viel lustiger finde ich eigentlich, dass in dem Dorf, in dem ich lebe, gefühlte 75% der Bewohner mindestens den gleichen latenten Rasismus an den Tag legen wie Du, OBWOHL hier doch gar keine Nichtarier leben. Vielleicht hängt das eine ja mit dem anderen zusammen, so Henne-Ei-mäßig.

    Aber: Ich arbeite daran, aus dem Kaff hier eine antinational befreite, kommunistisch-jüdische, von Schwarzen, Sinti und Roma sowie Arabern sämtlicher Couleur bewohnte schwule Hochburg zu machen, aber der Weg dahin ist lang und steinig.

    Bis dagin grüßt mit rein theoretisch sozialistisch-terroristischem Gruß
    Dein pantoffelpunk

  3. Dieter Petereit sagt:

    Werter Pantoffelpunk!

    Du glaubst wohl, Du hättest eine Art Monopol auf das blitzschnelle Zusammenklöppeln von Weltbildern aus Halbwahrheiten, was?

    Zu Deinem Vorhaben in Sachen Hochburg wünsch ich Dir viel Erfolg.

    Alles in allem sollte Dir aber im Grundtenor meines obigen Artikels aufgefallen sein, dass es um nichts anderes geht, als darum, klar zu stellen, dass Feindbilder und Ideologien die Welt nicht nach vorne bringen, sondern es stets darum gehen muss, sich einen freien Geist zu bewahren. Das müsste Dir eigentlich entsprechen…

    Ansonsten danke ich noch für den ungerechtfertigten Rassismusvorwurf, von dem Du selbst seit Jahren weisst, dass er Schwachsinn ist.

    Yours sincerely, Dieter

  4. pantoffelpunk sagt:

    Mein lieber Dieter,
    selbstverständlich ist das Zusammenklöppeln einfachster Welt- und Feindbilder kein Monopol, vielmehr teile ich dieses Privileg mit allen Schlichtbirnen meines Standes.

    Selbstverständlich kommt mir der Kampf für das Freigeisttum entgegen, jedoch schließe ich die wirren Gedanken eines Sarrazin so wie sämtliche verallgemeinernde Theorien, die dem gemeinen Deutshen klarmachen wollen, soziales Verhalten sei eine Sache der Ethnie, vom Freigeistdenken aus.

    Insofern ist das, was Du mir lapidar als unreflektierte Feindbildbildung unterschieben möchtest, eine schlichte – für einen Freigeist notwendige – Abgrenzung von beispielsweise denen, die rassistisches Gekläffe für einen lange überfälligen Tabubruch halten oder denen, die die Spaltung der Menschen durch unzulässige Allgemeinplätzchen weiter vorantreiben, um selbst Vorteil nehmen zu können.

    Dein pantoffelpunk

    PS: Wer wird denn wegen eines lapidaren Rassismusvorwurfs gleich beleidigt sein? Du weißt doch, dass Du bspw. mit Deinem Kampf um Dein angeblich unveräußerliches Recht, “Neger” sagen zu dürfen, vortrefflichst meine billigsten Feindbilder bedienst und ich darum als linksfaschistischen Beißreflex hier sofort ein Denk-, Rede- und Meinungsverbot in Form eines Rassismusvorwurfs aussprechen MUSS.

  5. pantoffelpunk sagt:

    Guck, ich bin eine DERARTIGE Schlichtbirne, dass ich nicht einmal Deinen Artikel verstanden habe: Du meinst, ich SEI ein Feindbild und nicht, dass ich immer welche HABE.

    Dann mss ich ja alles, was ich oben schrubte, zurücknehmen. Tu ich aber nicht.
    Angarde!

  6. Dieter Petereit sagt:

    Werter Pantoffelpunk!

    Schön, mal wieder mit Dir zu diskutieren. Wir waren in der Vergangenheit viel zu oft gleicher Meinung. Es begann, öde zu werden.

    In Sachen Sarrazin bitte ich meine Formulierung “in Teilen” nicht außer acht zu lassen, bevor Du mir unterjubelst, ich wäre der Wasserträger eines Sarrazin. Im Übrigen schiebe ich Dir nicht etwa eine unreflektierte Feindbildbildung unter.

    Ich muss mich daher wiederholen, um Dir klar zu machen, worum es geht: Ich nutzte einen Pantoffelpunk lediglich als Beispiel dafür, dass man es sich in der Bildung/Beurteilung eines Feindbildes nicht zu leicht machen sollte, am besten gleich ganz darauf verzichten möge. Es war nicht meine Absicht, Dich damit in Deinem Wohlbefinden zu beeinträchtigen.

    Auf der anderen Seite grämt es mich aber auch nicht sonderlich ;)

    Übrigens: Seit wann darf man nicht mehr Neger sagen?

    Hochachtungsvoll, Dieter Petereit

  7. Dieter Petereit sagt:

    Na bitte. Dein Einsehen kam allerdings erst nach meinem letzten Kommentar auf meinem Bildschirm an. Lass uns trotzdem weiter streiten!

  8. pantoffelpunk sagt:

    Liebster Dieter,

    bitte schreibe in Deinem nächsten Artikel, in dem Du mich erwähnst, eine Erklärung in die Fußnote, damit auch ich verstehe, was Du meinst.

    Das mit dem Feindbild ist also leider geklärt.

    Streiten wir uns also um den untergeschobenen Theoretiker und darüber, dass Sarrazin nicht einmal in Teilen Recht hat, vor allem nicht in dem Punkt, den Du oben anführst: Wir haben nämlich alles andere als eine unkontrollierte Zuwanderung, wir haben Frontex, eine unmenschliche Abschiebpraxis und eine Dunkelziffer von 10.000 im Mittelmeer ertrunkenen Männern, Frauen und Kindern, die offensichtlich so verzweifelt waren, weniger als HartzIV zu haben, dass sie nicht nur ihre gesamte Existenz sondern ihr Leben und das ihrer Kinder aufs Spiel gesetzt haben, um auch einen Flachbildschirm ihr eigen nennen und von Deinem Geld leben zu können.

    Ich erzähl Dir jetzt mal was: Ich bin für eine absolut unreglementierte Zuwanderung aller Menschen auf diesem Planeten, damit wir endlich mal begreifen, dass wir unseren Reichtum nur haben, weil andere Menschen leiden. Um es vereinfacht auszudrücken: Wir kaufen denen, die am Existenzlimit sind, für einen Appel und ein Dioxin-Ei die Rohstoffe ab und geben Ihnen dann hoch verzinste Kredite, damit sie die Endprodukte dieser Rohstoffe auch kaufen können. Wir verkaufen ihnen genmanipuliertes Saatgut, das keine eigenen Saat produzieren kann, damit sie vom Erlös ihrer Ernte im nächsten Jahr wieder Saatgut von uns kaufen. Wir verkaufen ihren Machthabern und deren Gegnern Waffen, damit sie sich gegenseitig in einer nicht endenden Gewaltspirale abknallen können. Und wir stellen ihre Agrar-Ingenieure und andere schlaue Köpfe, die im Ausland studiert haben, in Entwicklungshilfeprojekten als Fahrer ein, weil die als einzige Einheimische Englisch sprechen können. Wir verkaufen Ihnen unseren Elektroschrott, den sie diort unter freiem Himmel verbrennen, wir verdrecken ihre Gewässer mit unserem Müll und wundern uns aber nicht, dass die Fischer Piraten werden, sondern knallen sie ab. Wir bomben den nahen Osten in die Demokratie und töten Millionen von Zivilisten und wundern uns, dass von dort auch noch Menschen zu uns kommen. Ja, Dieter, solche Arschlöcher sind wir. Wir alle. Und so lange wir das nicht ändern und uns fürchten, dass der ungezügelte Zustrom nicht-arischer Personen uns so viel Geld kostet, dass wir nur noch einmal im Jahr (sic!) an abgezäunten Sandstränden in der Dom-Rep Urlaub machen können, bin ich gegen Frontex, verachte ich die NPD, Sarrazin und die BILD und bin nicht bereit, mich auf auch nur Teile einer solch menschenverachtenden Kurzsichtigkeit einzulassen.

    Dein pantoffelpunk

  9. pantoffelpunk sagt:

    Ach, noch was: Es wandern mehr Migranten AUS als EIN. Selbstverständlich wandern die aus, die selbst Merkel, Seehofer, Koch und Sarrazin gerne behalten würden: Nämlich die, die hier eine wunderbare Ausbildung genossen, eine vorbildliche Karriere eingeschlagen und es “zu was gebracht” haben.

    Ich habe eine Reihe Interviews mit solchen Vertretern gesehen und weißt Du, wie sie den Weggang begründet haben?

  10. Dieter Petereit sagt:

    Werter Pantoffelpunk!

    Junge, Junge. Wo hast Du das denn rauskopiert? Liest sich ja wie ein marxistischer Wirtschaftsaufsatz.

    Aber fangen wir vorne an. Theoretiker: Person mit wenig oder keiner praktischen Erfahrung, jedoch mit hohen theoretischen Kenntnissen über eine bestimmte Tätigkeit oder in einem bestimmten Fachgebiet. Bist Du doch. Gibs zu. Ist ja auch keine Beleidigung…

    Zuzustimmen ist Sarrazin da, wo er auf Zahlenmaterial beruht. Wirres Gefasel über irgendwelche Gene ist selbstverständlich Quatsch und hinsichtlich seiner Schlussfolgerungen wird man auch häufig keinen Konsens finden können.

    Auf der anderen Seite, ist es genau so ein Unsinn, von unreglementierter Zuwanderung zu faseln, wozu wir angeblich verpflichtet seien, weil wir die ganzen armen Menschen in die Armut oder den Tod treiben. An allem sind nur wir Schuld, weil wir dies und jenes tun. Du hast es ausführlich dargestellt.

    Abgesehen davon, dass ich mich kein bisschen schuldig fühle, da ich diese Politik nicht unterstütze, sollte man aber auch noch ein paar andere Punkte im Kopf behalten.

    Armut hat viele Ursachen. Du nennst den Konzernimperialismus zutreffend als einen Grund, warum sich die Situation in vielen Ländern, trotz angeblicher Hilfen nicht verbessert.

    Es gibt aber weitere. Immerhin waren die Entwicklungsländer schon Entwicklungsländer, da gab es den Konzernimperialismus noch gar nicht. Schauen wir also nochmal in die Gegenden. Was finden wir da?

    Korrupte Regierungen, Diktatoren, tief verfeindete Volksstämme sind an der Tagesordnung. Ich gebe Dir Recht, dass sich das Morden mit Pfeil und Bogen weniger effizient darstellen würde als mit Waffen aus anderen Staaten. Wobei in dieser Frage Länder wie Russland und China, die man wohl eher nicht zu den radikalkapitalistisch geprägten Nationen zählen würde, heutzutage aktiver sind als westliche Staaten.

    Eine Rolle spielt sicher auch die Kultur, soweit sie weniger blutdurstige Ideologien verkörpert. In Afrika bist Du reich, wenn Du möglichst viele Kinder hast. Kinderarmut ist für diese Leute schlimmer als finanzielle Armut. Sicherlich auch, weil in der Vergangenheit viele Kinder eine gute Altersversorgung bedeutet haben könnten. Frauenarbeit, hierzulande gang und gäbe, ist dort kein Zeichen von Emanzipation, sondern Zeichen von Armut. So stehen einer Fortentwicklung der dortigen Gesellschaften ideologische Barrieren entgegen, was mich wieder zum obigen Beitrag zurück führt.

    Völlig außer Acht geblieben sind geografische Faktoren. Da, wo 365 Tage lang der Lorenz mit 50 Grad knallt, wächst kein Weizen. Und wenn doch, dann nur derartig teuer und in so kleinen Mengen, dass man damit ein Volk nicht ernähren kann.

    All das weißt Du doch auch, blendest es aber aus. Das ist schade, weil es eben auch keine Lösungsansätze bietet. Betonierte Meinungen, monokausale Erklärungsansätze schaden. Immer und bei allem.

    Die NPD und die Bild verachte ich allerdings auch ;)

    Auf ewig Dein,
    Dieter

  11. pantoffelpunk sagt:

    Herzallerliebster Dieter,

    zunächst zum Theoretiker:

    Ich habe eine gute Hälfte meines Erwachsenenlebens in Großstädten (Münschen, Hamburg, Kiel) gelebt. Einen nicht unerheblichen Teil dieser Zeit war ich beruflich in pädagogischen Einrichtungen in benachteiligten Stadteilen tätig, in denen der Anteil von Kindern mit ausländischen Wurzeln höher war, als der Anteil deutscher Kinder. Ich habe sogar mal in einer Trabantenstadt gewohnt (!), in der auf einer Fläche, so groß wie mein jetziges Dorf, 20.000 Menschen aus 195 Nationen gelebt haben. Ich habe mir von 10 halbwüchsigen Grauen Wölfen, denen mein duchgestrichenes Hakenkreuz am Kittel nicht gefiel, genau so aufs Maul hauen lassen müssen, wie von einer Horde Rostocker Nazi-Hools, die meine St.-Pauli-Mütze haben wollten. Ein Türke, den ich daran hindern wollte, seine blutende Frau noch übler zuzurichten, hat mir per Faust klar gemacht, dass ich mich um meine eigenen Geschäft kümmern solle – danach ist die Arme zu ihm ins Auto gestiegen und sie sind gemeinsam nach Hause gefahren. Über meiner letzten Bude probten Faschoskins den Bürgerkrieg mit scharfer Munition im Wohnzimmer, prügelten sich nachts gegenseitig blutig, zündeten Nachbarautos und den gegenüberliegenden Keller an, traten in unserem Garten einen Obdachlosen ins Krankenhaus, mit dem sie zuvor noch gesoffen hatten und ließen ihre Kampfhunde vom Balkon vor das Fenster meines Schlafzimmers scheißen.

    Also, ich habe auch schon den Duft der großen weiten Welt gerochen, bevor ich mich dahin verzogen habe, wo prozentual zwar genau so viele Idioten wohnen, aber in absoluten Zahlen einfach weniger – und es sind andere Idioten.

    Niemals aber werde ich den Fehler begehen, den Grund für asoziales Verhalten in der geographischen Herkunft zu suchen (außer bei Ostdeutschen und Dithmarschern) sondern immer werde ich den Bezug zu Wohlstand und Bildung suchen. Bzw. zur Integration in das Wertemodell unserer Gesellschaft.

    Desintegriert sind nämlich nicht nur ausländische Mitmenschen sondern auch ein ganzer Haufen “Inländer”. Die Verlierer der Modernisierung, die keinen Platz in unserer Gesellschaft finden, weil er ihnen verwehrt wird.

    Ach, zu Sarrazins “beeindruckenden” Zahlen… hast Du sie überprüft? Ich auch nicht. Aber Naika Foroutan.

  12. pantoffelpunk sagt:

    Und in der Wartezeit ein bisschen fiese Mukke:

    Wenn sich youtube clips in den Kommentaren überhaupt einbinden lassen…

  13. Dieter Petereit sagt:

    Bester Pantoffelpunk!

    Mensch, da offenbaren sich ja Seiten, die mir in fünf Jahren verborgen geblieben sind. Oder will sich da einer bloss mit Macht vom Geruch einer Definition befreien? Nee, lass mal. Ich glaube das schon. Immerhin gibt es keinen Grund, die Unwahrheit zu schreiben.

    Erstaunlich dabei finde ich aber, dass Du so intensive Erfahrungen mit Faschos gemacht hast, während die Erfahrungen mit Ausländern wohl weniger ausgeprägt waren. Ich könnte da genau die gegenteiligen Erlebnisse berichten, wenn es mir darum ginge. Mir wurde beispielsweise die gesamte Grundschulzeit über jede große Pause auf´s Maul gehauen. Von deutschen Kindern, weil ich keinen Vater hatte und von italienischen Kindern, weil die deutschen Kinder ja auch immer zuhauen durften. Den Kieferbruch und den Verlust beider Schneidezähne verdanke ich dabei aber den Italos, weil die immer doppelt so hemmungslos draufdroschen. Türken gab´s zu der Zeit noch nicht. Das kam später, würde aber zu weit führen und die Diskussion in eine falsche Bahn lenken.

    Auch ich suche den Grund für Asozialität nicht in der geografischen Herkunft. Ich weiss gar nicht, wie Du darauf kommst, es könnte anders sein. Im Gegenteil, ich sage immer und überall: Arschloch gibt es in jeder Sprache.

    Dass Du bei der Beurteilung den Bezug zur sozialen Teilhabe und vor allem zur Frage der Integration nicht aus dem Auge verlierst, finde ich löblich. So kenne ich Dich.

    Zu Sarrazins Zahlen kannst Du “Überprüfungen” jeglicher Couleur finden, je nach Ideologie ist alles dabei…

  14. pantoffelpunk sagt:

    Aber dient nicht das gesamte Sarrazinsche Buch dem Zwecke, zu belegen, dass der Araber unser schönes Vaterland islamisiert und durch Kriminalität, Dummheit und fehlenden Integraionswillen abschafft? Und ist es nicht insofern ein Widerspruch, wenn Du ihm in Teilen zustimmst und auf der anderen Seite behauptest, Du würdest Asozialität nicht an geographischer Herkunft festmachen?

    Und, jaaaanz wichtig: Wenn ich schreibe: “… die keinen Platz in unserer Gesellschaft finden, weil er ihnen verwehrt wird, meine ich weil er ihnen verwehrt wird. Integration ist keine Einbahnstraße.

  15. Dieter Petereit sagt:

    Keine Ahnung, ob man berechtigt sagen kann, das ganze Buch diene diesem oder jenem Zweck. Interessiert mich im Grunde auch nicht, immerhin bin ich nicht angetreten, das Werk zu verteidigen. Und daher ergibt sich für mich auch kein Widerspruch. Im Gegenteil will ich gern noch einmal ausdrücklich sagen, dass sich für mich kein schlüssiger Zusammenhang zwischen geografischer Herkunft und Asozialität ergibt. Das ist hanebüchen.

    Zur Sache mit der Einbahnstraße: Ich verwehre niemandem die Integration? Du etwa?

    Es gibt da diesen kleinen Türken, mit dem war mein Sohn schon auf der Grundschule. Ein netter Kerl, der regelmäßig bei uns auf den Geburtstagsparties meines Sohnes war. Dann, nach dem Wechsel auf´s Gymnasium verschwand der nette Kerl, der jahrelang ohne Vorbehalte in deutschen Familien aus und ein gegangen ist, in der Schule sogar Klassensprecher war. Zum Vorschein kam ein Türkenmacho, der sich mit anderen Türkenmachos auf der gleichen Schule zur Gang organisierte und seither tat, was Türkenmachos offenbar eben tun. Mittlerweile ist er der Schule verwiesen und terrorisiert die Realschüler mit einer anderen Gang. Was ich sagen will: Integration ist keine Einbahnstraße und kann auch fehlschlagen, weil der zu Integrierende offenkundig gar nicht integriert sein will.

    Wobei und da wiederhole ich mich gern: Das war nicht das Thema meines Geburtstagsbeitrags für #4JBR.

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