“Die Bilder sind ich, verschlüsselt…”
Nilo am Samstag, 26. Dezember 2009, 22:30 UhrTags: Bilder, Illustration, Peer Kriesel, Surrealismus, Zeichnungen
Abgelegt unter: Berlin, Kunst, Sehbar

Als ich Peer nach seiner Intention fragte, schrieb er mir folgendes. Und das ist so gut, dass ich es einfach so stehen lassen möchte!
“Anders als bisher, arbeite ich ausschließlich (kann sich schnell wieder ändern) auf Papier. Mit Fineliner lass ich alles unterbewusste raus. Das können Situationen des Alltags, Stress, Freude, Hoffnung, Ängste aber auch Wut über Missstände in der Gesellschaft sein…
Ich kann meine Arbeiten auch immer erst mit etwas Abstand selbst interpretieren. Entdecke auch immer neue Kleinigkeiten in meinen Zeichnungen…
Die Fratzen, hässlich und verschroben, sind eigentlich die fratzen aus Fernsehen oder auf den unzähligen Profilen bei Facebook, Studivz etc., die sich präsentieren, natürlich immer im besten Licht. Im wahren Leben sind sie doch oft eher einsam, auch traurig, haben Ängste, sind ungeschminkt. In meinem Kosmos, oder in jedem Kosmos der einzelnen arbeiten begegnen sich diese “Fratzen”, Figuren und haben ihren eigenen Sinn oder Aufgabe. Sie halten sich gegenseitig in einer absurden, surrealen, defekten Welt.

Eine wirkliche Intention habe ich nicht. Ich möchte nicht die Welt verbessern. Meine Zeichnungen (mehr als meine Malerei) zeigen nur das, was mich bewegt und umtreibt. Ich möchte dem Betrachter teilhaben lassen an einer surrealen, manchmal schönen und manchmal aber auch scheußlichen Welt…

Ich freue mich aber immer über neue und eigene Interpretationen des einzelnen Betrachters. Jeder sieht meine Bilder anders, zieht andere Schlüsse, entdeckt andere immer wiederkehrende Elemente wie der Fisch, der Vogel, der Angler, der Ruderer, das rote Kreuzarmband und setzt diese auch immer anders in einen eigenen Zusammenhang. Das finde ich sehr spannend.
Die Bilder sind ich, verschlüsselt… ”









