Meinungsmacher und Bedürfnisverstärker
pEtEr Withoutfield am Samstag, 5. September 2009, 15:00 UhrTags: Blog, Marketing, Promotion, Werbung
Abgelegt unter: Lesbar

Liebe Marketing- und Promotion-Agenten,
es freut mich wirklich sehr, dass ihr auf mich aufmerksam geworden seid, zeigt es mir doch wie beliebt dieses Blog geworden ist.
Allerdings ist es mehr als fraglich, dass ihr größtenteils unaufgefordert versucht, mich mit kleinen Geschenken zum schreiben über Produkte und Projekte eurer Kunden zu
bewegen, die nicht im entferntesten zu diesem Blog passen.
Wäre es nicht sinnvoller und effektiver wenn ihr vor dem verschicken einer Mail das Blog des Empfängers einmal genauer unter die Lupe nehmt? Wer sich drei Minuten Zeit nimmt und sich Blogrebellen einmal genauer anschaut wird folgendes feststellen:
- Hier gibt es keine Werbung! Bis auf ein paar Musik-Affiliate-Links in älteren Beiträgen ist dieses Blog frei von Werbung. Zu dem Thema habe ich vor kurzen ja schon einmal etwas geschrieben.
- Der “rote Faden” in diesem Blog ist die Musik. Alles was hier veröffentlicht wird gefällt mir auf irgendeine Art und spiegelt meine subjektive Meinung wieder.
- Bezahlte Beiträge und Blog-Marketing-Kampagnen gibt es hier nicht.
Eine dieser Meinungsverstärker hat mir vor ein paar Tagen ein Angebot gemacht, das ich nur schwer ausschlagen konnte: Für einen Beitrag zu einem Fotobuch und einen Link zum Anbieter bot man mir ein 2GB-USB-Stick und ein Fotobuch zum Testen an.
Ein ein solcher Beitrag auf Blogrebellen passt wie ein Fisch auf ein Fahrrad, da wäre etwas Recherche im Vorfeld angebracht gewesen. Und für einen Sachwert von rund 40 Euro meinen Blog zu einem Sprachrohr einer Firma zu machen und mich dadurch der Gefahr auszusetzen, hart erschriebe Leser zu vergraulen – na ich weiß nicht.
Verstehen Sie Spaß?
„Ärzte werden mit tausenden Euros und Kreditübernahmen bestochen und mir wird für ein Fotobuch-Blog-Beitrag ein 2GB USB-Stick angeboten.“ schrieb ich daraufhin am Donnerstag in einem Tweet. Natürlich ist der Vergleich an den Haaren herbeigezogen. Aber ist es denn so schwer, einen Witz zu verstehen wenn dieser nicht mit einem Smiley, einem *lol* oder *g* gekennzeichnet ist? Anscheinend schon. Wie sollte ich mir sonst erklären, dass ich am selben Tag eine weitere Mail von dieser Agentur erhielt?
Freundlich wurde zu dem Tweet Stellung genommen und man erklärte mir, dass dieser Vergleich aus deren Sicht nicht zutreffend sei. Wen wundert es – war ja auch ein Witz!
Nach einem kleinen Einblick in die Firmenphilosophie bat man mich dann, diesen Tweet zu löschen.
Das wiederum entspricht aber nicht meiner Philosophie!
Ich habe niemanden beleidigt, keine Namen genannt und kein Unternehmen oder Produkt verunglimpft. Also warum sollte ich diesen Tweet löschen? Erst durch die Aufforderung dazu wurde das Thema für mich überhaupt interessant.
Nicht, dass ich hier falsch verstanden werde. Es gibt durchaus einige, nennen wir sie mal Promoter, die mir regelmäßig Neuigkeiten zukommen lassen, durch die ich, bzw das Blog profitieren. Das sind hauptsächlich kleine Labels und Musik-Agenturen. Und da fließt übrigens gar keine Kohle, höchstens mal ein Vorab-Promo-Download oder eine CD (auf die ich übrigens noch immer warte).
Foto von svennevenn (cc) // Bild von Streetartist dolk.















Ich hab auch immer gedacht: die drei Minuten muss man doch Zeit haben. Aber scheinbar isses immer noch praktischer einfach eMail-Adressen rauszufischen und Rundmails zu schicken – auch wenn die Erfolgsquote nur bei ein paar Prozent liegt.
Umso erfreulicher wenn man mal Anfragen von Leuten bekommt die sich das Blog wenigstens mal angeguckt haben, oder sogar aktiv verfolgen. Dann passt die Werbung auch meistens wie Arsch auf Eimer und dreht sich um Sachen die man auch kostenlos verbloggt hätte – wofür man dann aber auch noch Promo-Downloads o.ä. geschenkt bekommt.
Schade dass die passenden Anfragen so in der Unterzahl sind. Aber schön dass es sie überhaupt gibt
Solche Angebote sind ja schon nah dran an Beleidigung.