Die Sache mit der Werbung im Blog
pEtEr Withoutfield am Mittwoch, 24. Juni 2009, 21:09 UhrTags: Blog, Google, Plugin, Werbung, Wordpress
Abgelegt unter: Lesbar

Über Werbung in Blogs kann man durchaus gespaltener Meinung sein. Jedem Blogger steht es frei zu entscheiden, ob er in seinem Blog Werbung schaltet oder nicht. Das ist soweit auch kein Problem. Zum Problem wird es, wenn man seine Leser für blöd verkauft und mit Werbung in allen erdenklichen Formen belästigt.
Die Top-6 Nötigungen durch Werbung:
Platz 6: Textlink-Werbung
Grundsätzlich die unaufdringlichste Werbeform. Unschön wird es mit den Textlinks, wenn man nicht erkennt, dass es sich dabei um Werbung handelt. Zum Beispiel wenn der Link zwischen anderen Verweisen ungekennzeichnet versteckt ist. Es gibt auch Agenturen, die mit einem Backlink in älteren Beitragen versuchen Linkjuice zu erkaufen. Hier ein schöner Beitrag zum Thema.
Platz 5: Banner-Werbung
Die wohl bekannteste Werbeform. Sind zu viele Banner & Buttons eingebunden, schlimmstenfalls sogar animiert, bekomme ich sofort Probleme in der Magengegend. Zudem zerschießt man sich damit auch sehr oft das Design des Blogs, soweit vorhanden.
Platz 4: Google Adsense
Kennt jeder und kann sogar recht unaufdringlich sein. Vielleicht ist die Adsense-Werbung auch schon so weit verbreitet, das es mir nicht mehr sonderlich auffällt. Die Adsense-Codes werden allerdings oft so eingebunden, dass der User nicht auf den ersten Blick erkennt, dass es sich um Werbung handelt. Die Link-Farben des Adsense-Kasten werden den Link- und Hintergrundfarben der Seite angepasst und an Stellen positioniert, die eigentlich den Inhalt des Blogs wiedergeben sollten.
Platz 3: Bezahlte Beiträge
Bezahlte Beiträge von Anbietern wie T. & Co. können für gut besuchte Blogs sehr lukrativ sein. Mit Werbebeiträgen und hoher Reichweite verdient man schnell eine ganze Latte Geld. Aber mal im Ernst: Liest du wirklich einen Beitrag, der mit einem Werbe-Hinweis beginnt? Ich nicht! Darüber kann man denken wie man will, ich werde mir meinen Blog nicht mit Promo-Aktionen vergiften und riskieren, auch noch meine Leser zu vergraulen.
Platz 2: Ad-Layer-Werbung
Kommen wir nun zu der aufdringlichsten Werbeform, der Ad-Layer-Werbung. Mittlerweile bin ich persönlich beleidigt wenn man mich auf Blogs mit dieser Werbeform belästigt!
“Sofort 4,00 Euro für 1000 gültige Layer Einblendungen.” Mit solchen reißerischen Sätzen fangen die Rattenfänger ihre Opfer.
Rechnen wir doch mal nach: Du schreibst also ein kleines Blog über Musik, Katzen, Filme oder was weiß ich auch immer und hast am Tag ca. 250 Besucher die rund 450 verschiedene Seiten aufrufen. Schön, dann lass uns mal zusammenrechen: Macht bei 30 Tagen 7500 User 13500 PIs. Aber Moment: Diese Layer haben meist eine Reload-Sperre von 3 Stunden wenn ein User einen solchen Layer per klick geschlossen hat. Vergütet wird der Layer übrigens erst, wenn er frühestens nach 5 Sekunden geschlossen wurde. Wenn ich nicht gleich die komplette Seite schließe brauche ich höchstens 2 Sekunden um das Ding zu killen! Nun rechne mal aus, was unterm Strich an “gültigen Einblendungen” übrig bleibt und wie lange es dauern wird, bis du 1000 Stück erreicht hast, um sage und schreibe 4 Euro zu verdienen!
Platz 1: Ad-Layer mit Exit-Popup
The same Bullshit wie auf Platz 2 mit dem Feature, dass beim schließen des Ad-Layers auch noch ein Pop-Up aufspringt. Hurra, schnell die Seite schließen, den Feed aus dem Reader schmeißen und bei Twitter entfollowen.
Hier meine Tipps für Blogger die mit dem Gedanken spielen Werbung einzubinden:
- Überlege genau, ob du bloggen oder Geld verdienen möchtest.
Um mit dem bloggen Geld zu verdienen musst du erst einmal viel Zeit und Arbeit investieren. - Kleine Blogs mit wenig Besuchern sollten komplett auf Werbung verzichten.
Überzeuge deine potenziellen Leser mit interessanten Inhalten und guten Artikeln und beleidige sie nicht mit Werbung. - Bewerbe deinen RSS-Feed mit einem auffälligen Icon oder Banner.
Warum nicht erst mal mit der Eigenwerbung beginnen? Wenn du wirklich einmal Geld mit deinem Blog verdienen willst brauchst du Leser. - Bedenke immer, dass zuviel oder nicht gekennzeichnete Werbung schlecht für dein Google-Ranking und deine Credibility sein kann.
Zahlreiche Blogger wurden wegen bezahlten Beiträgen und nicht gekennzeichneter Werbung von Google abgestraft. Zuviel Werbemittel werden dein Ranking nicht verbessern und dein Ansehen als Blogger sowie die Glaubwürdigkeit deines Blogs wird in Frage gestellt werden. - “Das ist der einzigste Weg meine Server-und Hosting-Kosten wieder reinzuholen”
Welche Serverkosten? Fang klein an und hoste dein Blog bei Blogger oder WordPress, das kostet keinen Cent! - Wenn schon Werbung, dann bitte nicht für die hochgeachteten Leser.
Google rankt dich bei einigen Suchbegriffen recht gut und schickt dir einige User, die bei dir aber nicht finden, was sie suchen. Der User ist spätestens nach zwei Klicks wieder weg. Es währe doch schön, wenn nur diese Besucher Werbung zu sehen bekommen würden. Um seine “qualitativ hochwertigeren User” vor Werbung zu verschonen und nur der Suchmaschinen-Traffic vermarktet werden soll kommt das WordPress-Plugin Who Sees Ads zum Einstaz. Damit kannst recht genau einstellen, wer Werbung zu sehen bekommt und wer nicht. Ein weiteres tolles Feature dieses Plugins: Nach einer von dir ausgewählten Anzahl von Seitenaufrufen eines Users wird dieser als regelmäßiger Leser erfasst und sieht ebenfalls keine Werbung mehr.
So, und nun bist du dran…














Wer mir guten Content bietet, der soll auch entlohnt werden. Sofern die Werbung nicht stört isses ok. Ansonsten nutzt man Adblock. Dann siehste schon mal Banner, Adsense und Co nicht. Und alle paar Postings darf auch gerne T. kommen. Überlese ich. Wie gesagt – muss n gutes Blog sein.
Und welche Werbeform war jetzt gut?
Ich hab keine Ahnung für wen du dich hälst, da meinen Namen in Twitter zu verlinken. Ich meines Zeichens bin der erste Deutschrapblogger im Netz und habe viele Werbeformen ausprobiert. Meine neue Seite hat einen Server und ein Forum, das bezahlt werden muss und nein, ich nutze keine webplattform. warum auch? weil so ein hampelmann meint, dass internet sei ein ponyhof, bei dem man alle lutscher umsonst bekommt? es kostet dich 2 poplige Klicks. und wenn du dazu schon zu ignorant bist, leute für ihre arbeit mit 2 fingerbewegungen zu entlohnen, was auch wirklich unverschämt viel von dir verlangt wäre, dann sei wenigstens ein konsequenter ignorant und hole dir adblock. da kannst du schön alle inhalte umsonst schnorren. is doch klasse, du rebell.
meine leser wissen meine arbeit zu schätzen und bieten sogar paypalspenden als unterstützung an, aber sowas will ich gar nicht, klickt die banner weg und ihr könnt mir ohne einen cent zu bezahlen helfen.
Ich habe hier 800-seiten wälzer übre google-ranks und internetwerbung im regal stehen, also kann ich auch auf deine naheliegenden tipps verzichten.
antworten brauchst du nicht, da ich hier eh nicht mehr vorbeischauen werde.
@cashy: Gut geschrieben, grundsätzlich sehe ich das so ähnlich.
@Schnappi: Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich kann mit Werbung leben, die unaufdringlich ist und mich nicht nötigt.
@Chris:
Ich habe dir diesen Tweet geschickt, weil ich an deiner Meinung zu diesem Thema interessiert bin!
Wie du meiner Einleitung zu diesem Beitrag entnehmen kannst, habe ich grundsätzlich nichts gegen Werbung auf Blog “Jedem Blogger steht es frei zu entscheiden, ob er in seinem Blog Werbung schaltet oder nicht.”
Es ist schon bezeichnend, dass du deine Leser als Hampelmänner und Lutscher bezeichnest, die dich für deine Leitungen im Blog gefälligst zu entlohnen haben.
Adblock oder ähnlilche Programme brauche ich nicht, da ich mich nicht auf Seiten bewege, mich mit Werbung zuballern. Und warum soll ich Informationen entlohnen, die mich nicht interessieren, oder die ich werbefrei auf vielen anderen Blogs bekomme?
Und übrigens: Meine Leser dürfen alles mitnehmen und müssen dafür nichts bezahlen oder irgend etwas wegklicken! Dieses Blog steht unter Creative Commons-Lizenz und hier darf mit einer Quellenangabe geschnorrt werden bis der Arzt kommt!
Ich wünsche dir trotz allem weiterhin viel Erfolg mit deinem Projekt.
Ach ja – hast du deine 800-Seiten-Wälzer mit Google-PageRank-Tipps & Tricks aus dem Internetz ausgedruckt?
naja, ich hab bei mir jetzt diesen molotow-banner in der sidebar und einen anderen auf den kommentar-pages… find ich aber okey da ich mich von der ueblichen (voreingestellten) blogsport-werbung (adsense oder amazon) freigespendet habe. also wurd´nur eine werbung durch eine andere ersetzt und ich denke die besucher_innen stoerts auch nicht weiter.
Habe mich nun auch (erstmal) wieder von Adense verabschiedet, dafür heute aber mal einen T. Artikel verfasst… Amazon läuft bei mir noch “ganz gut” und relativ unstörend (finde ich) in der Widget Spalte…
Grüße aus (wo bin ich gerade?) Bielefeld (sonst aus Münster),
Jens
Ich gestehe, daß mein erstes Blog wohl zu Recht Deinen Unmut auf sich gezogen hätte. Daher lasse ich sowas auch gleich ganz und bin inzwischen überzeugt, daß die von Dir beschriebenen klassischen (Banner) Werbeformen gerade für “kleine” Blogger eher kontroproduktiv sind.
Viel interessanter, wenn man schon monetarisieren will, sind Mehrwerte, die sich aus dem Bloggenden selbst ergeben. Warum nicht Hörbuch- , E-Book-, Video- oder sogar Tanztheatervarianten der beliebtesten Beiträge für ganz kleines Geld zum Download? Denn selbst dieses ganz kleine Geld wäre wahrscheinlich deutlich mehr, als die lächerlichen Cents, die der Standardtipper für die Penetrierung seiner Leser mit Bannern kassiert.
Beste Grüße aus Münster (nie in Bielefeld)
houellebeck
“Überlege genau, ob du bloggen oder Geld verdienen möchtest.”
Für mich genau der Grund, warum ich immer noch nicht blogge, obwohl ich genug zu bloggen hätte. Ich kann es mir nicht leisten, für lau zu arbeiten. Und bloggen als Hobby zu betreiben – ich sitz schon genug am Computer und häng im Internet. Da macht die Familie irgendwann nicht mehr mit
Ich bewundere alle Blogger, die das hinbekommen. Hab heute morgen noch darüber nachgedacht, mal die Bloglandschaft nach dieser Fragestellung zu porträtieren: “Wie macht ihr das eigentlich?!”
Rock on!
Meine Güte, hier gehts ja ab. Könnte mich immer weg schreien, wenn sich Leute so künstlich aufregen
Ich sehe das ganz genauso. Die ganze Werberei nervt und bringt im Endeffekt nur Peanuts. Aber wer meint er müsste sich seinen Blog damit zukleistern, bitte…
Zu diesem Thema, wenn auch in einem anderen Zusammenhang, hat Kai (stylespion.de) einen guten Artikel geschrieben, mit dem ich d’accord gehe.
http://kaimueller.org/warum-das-internet-nicht-kostenlos-ist/
ich benutze seit längerem schon Adblock Plus (Firefox) und muss sagen das mir eig. keinerlei Werbung mehr entgegenspringt. Zerstöre ich damit das System? ohoh
achja – muss man über sich nachdenken wenn man den Spam-Schutz der Kommentarfunktion nicht beim ersten mal schafft?
die aufpopende werbung, bei der man das schliessen-symbol überall suchen muss, nervt mich gewaltig.
ansonsten ist es mir egal, wenn einer statische werbung reinhängt. obwohl, davon leben kann keiner, auch nicht ansatzweise (zumindest in deutschsprachigen ländern).
blogging und werbung ist eh der widerspruch in sich
journalismus und werbung an sich ist ein gefährliches spiel
aber ohne geld geht eben nicht viel
..gekennzeichnete Text-Links und dezente Banner gehen klar… Alles andere ist mir echt zu pervers. Trigami / etc Einträge sind einfach nur der reinste Bullshit; wenn ich das Gefühl hab’, der/die schreibt wegen/für die Kohle,….fühle ich mich echt veräppelt und besuche das Blog in der Regel (Ausnahmen gibts immer) nur einmal.
…Heute geschehen (Trigami); auf ‘nem Blog den ich eigentlich sehr schätze. Zu einem Produkt, was eigentlich gar keins ist. (Wasser)
*würg*
Na…lieste mit?
@Kurt: Finde ich nicht. Werbung fuer die Nasa mach ich sogar umsonst! Und wenn mir ein Eco-Tech Unternehmen was anbietet…Her damit; kein Dingen. Grundsätzlich lässt sich das schon koppeln, denke ich.
Hallo zusammen!
Ich bin auch der Meinung, dass besonders im Blog dezente Werbugn von Vorteil ist! Die Sache kann sonst sehr schnell nach Hinten losgehen!! Bolgs sind und bleiben persönliche und auch immer öfter intime Einblicke des Bloggers und kann bei extremer Werbung sehr schnell zu Ungläubigkeit des Users führen…!
Grüße
@Chris: Ja ich mach ja auch “Werbung” bzw. weise z.B. auf den Plattendealer meines Vertrauens hin, mach dies aber nicht gegen Entgeld und mit nem Textlink.
Ich finde Blog ohne Werbung auf jeden Fall seriöser. Es gibt aber auch einen Mittelweg, man sollte es einfach nicht übertreiben. Ich finde auf jeden Fall, dass sich jeder Blogbetreiber in den User hinenversetzen sollte. Dann kommen einem schon die richtigen Ideen.
Ein eher heikles Thema – unsere Philosophie ist die, dass ein Leser klar erkennen sollte dass es sich um Werbung eines Unternehmens handelt, online wie offline, alles andere ist Täuschung und wirkt nicht nachhaltig sondern eher negativ. Ich denke dass Werbung in Blogs (die Werbeagentur Berlin macht das ja auch) durchaus Sinn macht, wenn der Content die Bedürfnisse des Users befriedigt – z.B. die Suche nach Information. Und dieser Content darf dann durchaus auf die Produkte des Werbetreibenden verweisen, eben in einer klar kommunizierten Art. Außerdem bin ich durchaus auch der Meinung das dies ein guter Weg ist um Blogs rezufinanzieren. Grüße aus dem Nachbarkiez, Daniel – Werbeagentur Berlin.
Schade ist, dass die Werbung in den Blogs meist so billig aussieht irgendwie, ich kann diese Google-Dinger einfach nicht mehr sehen……..
Mit Werbung lassen sich Blogs natürlich ganz prima finanzieren; ich finde, solange man genau prüft, um welche Werbung es da geht, ist das ganze nicht per se illegitim.
Sowohl Adsense wie auch Adwords hat/haben ohne Frage ihre Daseinsberechtigung! Interessant für die User dieser Onlineangebote ist nur, mehr oder weniger, wie professionell und mit welcher Effizienz diese Medien tatsächlich genutzt werden …
Hier kommen nur noch Spammer an um ihre Links zu posten.
Darum liebe Werbetreibenden: FUCK YOU!
Kommentare geschlossen.